Game Review

11. Oktober 2018 18:36; Akt: 11.10.2018 18:36 Print

Child of Light zeigt eine leuchtende Märchenwelt

von Rene Findenig - Schon 2014 erschien Child of Light auf Konsolen und PC. Jetzt gibt's das märchenhafte Spiel für die Nintendo Switch.

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Vier Jahre nach dem ursprünglichen Release kommen nun auch die Switch-Spieler in den Genuss, das Game mit Österreich-Bezug zocken zu können. Wer ein klassisches Rollenspiel erwartet, ist überrascht. Child of Light ist vielmehr Märchen, Kunstwerk und Spiel in einem. Und der Zahn der Zeit konnte dem Ubisoft-Titel auch in vier Jahren wenig anhaben.

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Im Kaiserreich "Austria", dem spielerischen Pendant von Österreich-Ungarn, beginnt Child of Light im Jahr 1895. Hier muss man zusehen, wie Aurora, die Tochter eines Herrschers, erkrankt und in den Schlaf des Todes verfällt. Aurora erwacht in einer märchenhaften Welt namens "Lemuria" wieder und wird zur "Dame des Waldes" geführt. Diese überrascht mit mythischen Anspielungen. Offenbar soll Aurora nicht tot sein, sondern zwischen ihrer eigenen und der Traum-Welt wandeln.

Gemeinsam mit Glühwürmchen Igniculus muss Aurora nun Sonne, Mond und Sterne zurückbringen, um die "Königin der Nacht" und deren Töchter, die die Märchenwelt an sich gerissen haben, ihrer Macht zu berauben und möglicherweise einen Weg zurück in ihre Welt zu finden. Was klingt wie ein Kinderbuch, ist auch ein Märchen für Erwachsene. Die Handlung ist so schön wie emotional, sie wird durch perfekt passende Musik und eine außergewöhnlich gut deutsche Vertonung verstärkt.

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Keine Besuche

Die oft in Reimen sprechenden Figuren sind auf Anhieb sympathisch. Und immer wieder schwankt die Geschichte zwischen tiefer Traurigkeit und herzhaftem Humor. Dieser Mix ist auch spielerisch gelungen. Einerseits läuft das Spiel in klassischer Seitenansicht ab, die Welt ist aber dennoch ungewohnt offen. Schaltet man neue Fähigkeiten wie das Fliegen frei, lassen sich ganz neue Orte entdecken. Und derer gibt es sehr viele, sie wecken den Entdeckerdrang. Viel macht da die absolut fantastische Märchen-Grafik aus.

Diese Jump'n'Run-Passagen werden von Rätseln unterbrochen, die nett gemacht, aber nicht allzu fordernd sind. So liegt es auf der Hand, das Glühwürmchen einen dunklen Bereich ausleuchten zu lassen. Zudem gibt es beim Rätseln wenig Abwechslung. Interessant ist aber, wie die Rollenspiel-Elemente integriert wurden. Bei Kämpfen schaltet das Spiel in eine rundenbasierten Modus, wählen lässt sich mit Fortdauer des Spiels aus zahlreichen Attacken. Bosse wiederum stellen kleine Rätsel dar, bei denen man die Schwachstelle finden muss. Lebensenergie und Mana sammelt das Glühwürmchen ein, das auch die Zeit verlangsamen kann.

Märchenhaft schön

Rollenspiel-Neulinge müssen sich nicht fürchten, selbst im höchsten Schwierigkeitsgrad hat man als Anfänger eine Chance. Und auch wenn Angriffe, Fertigkeitenbaum und Effektherstellungsmöglichkeiten gigantisch wirken, Child of Light führt gut in die Materie ein und bietet eine Übersichtlichkeit, die vielen Rollenspielen fehlt. Da ist es schade, dass man nach gut zehn bis zwölf Stunden am Ende angelangt ist. Zumindest hat man nun auf der Switch die Möglichkeit, das Abenteuer auch zu zweit zu erleben. Ein Spieler steuert dabei Aurora, einer das Glühwürmchen. Nicht bahnbrechend, aber ein netter Zusatz.

Die Ultimate Edition von Child of Light bietet alle Nebeninhalte, zusätzlich noch einige Outfits und Gegenstände, wobei nichts spielverändernd oder notwendig ist. Wer bisher nicht mit dem Titel in Berührung gekommen ist und sich für künstlerisch gestaltete Games interessiert, dem sei Child of Light wärmstens empfohlen. Die Grafik ist auch nach Jahren noch traumhaft einzigartig und die Story bleibt von Anfang bis Ende so schön wie spannend.

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