Game Review

19. Dezember 2017 17:30; Akt: 19.12.2017 17:30 Print

Playerunknown's Battlegrounds im Test

von Lukas Urban - Eines der prägenden Gaming-Phänomene des Jahres 2017 wagt den Sprung vom PC auf die Xbox One – und landet gehörig auf der Nase.

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Playerunknown’s Battlegrounds ist der Beweis dafür, dass eine gute Idee ihre unsaubere Umsetzung überflügeln kann. Selbst mit Early-Access-Status hat sich das Spiel auf dem PC bereits über 24 Millionen Mal verkauft. Und das trotz Bugs, Performance-Problemen und teilweise hakeliger Steuerung. Das Battle-Royale-Gameplay, bei dem 100 Spieler gegeneinander antreten, bis nur noch einer übrig ist, traf einen Nerv – und soll nun auf Xbox One und Xbox One X seinen Siegeszug fortsetzen. Wir haben uns die Konsolenversion angesehen und wurden bitter enttäuscht.

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Taktischer Absprung

Jede Runde in Playerunknown’s Battlegrounds beginnt gleich. Bis zu 100 Spieler befinden sich in einem riesigen Frachtflugzeug und springen über einer Insel ab. Bereits hier beginnt das Taktieren. Im Laufe jeder ungefähr 20-minütigen Partie schrumpft das Spielfeld kontinuierlich zusammen, bis die letzten verbleibenden Spieler in der Mitte der Karte aufeinandertreffen.

Wer also früher abspringt, hat schneller festen Boden unter den Füßen und kann früher in verlassenen Gebäuden nach Waffen und Ausrüstung suchen. Die Gegenstände werden per Zufall verteilt, womit schon in dieser Phase jede Runde einzigartig wird. Springt man hingegen näher an der Mitte der Karte ab, ist man zwar später dran, muss aber nicht vor der sich verengenden Kuppel weglaufen, die das Spielfeld begrenzt.

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Stress und Ruhe

Wenn Playerunknown’s Battlegrounds eines kann, dann ist es das Wechselspiel zwischen ruhigen, spannenden Momenten, in denen man sich langsam voranarbeitet und wilden Feuergefechten, die zu jedem Zeitpunkt ausbrechen können. Dabei ist nicht nur das reine Kaliber der Waffe entscheidend, sondern auch die Kenntnis der Umgebung sowie das eigene Können.

Jede Partie findet auf der einzigen derzeit verfügbaren Karte statt (eine zweite soll bald folgen), doch die Umstände ändern sich jedes Mal. Der Erfolg hängt von den Mitspielern, der Waffenverteilung und vielen anderen Faktoren ab, die man nicht beeinflussen kann. Selbst wenn man von einem Gegner ausgeschaltet wird, bleibt das Spielgeschehen nie lange unterbrochen. Man scheidet einfach aus der Partie aus und versucht sein Glück in einer neuen.

Technisch mehr als unsauber

Playerunknown’s Battlegrounds ist kein fertiges Spiel, weder auf dem PC noch auf der Xbox One. Die Konsolenfassung läuft unter der Flagge "Xbox Game Preview", Microsofts Version der vom PC bekannten Early-Access-Programme. Leider ist die technische Umsetzung selbst für einen Titel in der Beta-Phase inakzeptabel. Auf der Xbox One und der Xbox One S kommt es immer wieder zu massiven Einbrüchen der Framerate. Wenn zum Start alle Spieler im Flugzeug sitzen, kann die Bildrate sogar in den einstelligen Bereich stürzen. Die angepeilten 30fps werden auf dem Boden manchmal erreicht, dann aber wieder nicht – und das kann sogar zum virtuellen Tod führen.

Dabei sieht das Spiel nicht einmal besonders gut aus und erreicht selbst auf der potenteren Xbox One X nicht die höheren Optionen, die auf dem PC zur Verfügung stehen. Auf der Standard-Xbox One ist die Umgebung teilweise arg detailarm, Texturen wirken verschwommen und auch die Weitsicht wurde im Vergleich zu Xbox One X und PC deutlich verringert.

Baustelle

Die Konsolenfassung ist eine Baustelle. Das solide Grundgerüst steht bereits und auch Teile der Fassade sind bereits vorhanden, der Verputz fehlt aber noch. Selbst mit dem Bewusstsein, dass es sich um einen unfertigen Titel handelt, sind die Performance-Probleme oft einfach zu gravierend und verhindern ein angenehmes Spielerlebnis. Interessierte sollten sich entweder die PC-Version ansehen oder auf die fertige Fassung warten. Diese bietet dann nicht nur mehr Inhalte, sondern hoffentlich auch stabilere Technik.

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