Kanzler-Kritik

11. Januar 2019 13:20; Akt: 13.01.2019 08:28 Print

#WienStehtAuf: Kurz-Sager sorgt für Kritik

Wien wehrt sich gegen die Aussage von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), dass "immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten".

#WienStehtAuf: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) steht auf Twitter in der Kritik. Schuld sind Sätze wie diese. (Video: APA)

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Kurz hatte es in seinem Sager "Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten, und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen" eigentlich bei der Regierungsklausur in Mauerbach auf die Rot-Grün-Stadtregierung von Wien abgesehen. Er hatte damit auf die Ankündigung reagiert, die neue Mindestsicherung in Wien nicht umsetzen zu wollen. Erreicht hat der Kanzler allerdings etwas anderes.

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Am Freitag trendete auf Platz 1 im Kurznachrichtendienst Twitter der Hashtag #WienStehtAuf. Darin berichten Hunderte Wiener von ihrem Arbeitsalltag, und wie früh sie dazu aus dem Bett aufstehen müssen. Zudem wird Kurz stark durch den Kakao gezogen.

Ein Sager prallt zurück

Ein Sager von ihm fällt nun ebenfalls auf Kurz zurück. "lang schlafen, kurz wählen gehen" twitterte er im Oktober 2017. "Nicht immer von sich auf andere schließen", lautet der Kommentar der Twitter-Community.

Nichts Neues für den Kanzler

Auch die SPÖ Wien kritisiert Kurz dafür, dass er Beziehern von Mindestsicherung in der Bundeshauptstadt vorwerfe, faul zu sein. Nun rollt die Protestwelle auf Twitter: "Seit 25 Stunden im Dienst, 40-50 Patienten versorgt und 4 OPs. Jetzt ab nach Hause um mich um meinen zweijährigen Sohn zu kümmern", schreibt etwa Mireille Ngosso, stellvertretende Bezirksvorsteherin der SPÖ Wien in der Inneren Stadt und Ärztin. "Guten Morgen @sebastiankurz! (Bitte mein ordnungsgemäßes Aufstehen auch in ihren BVT-ÖVP Überwachungslisten vermerken.)", spottet etwa User "Mod Nr".

Kurz selbst dürfte Twitter-Spott schon gewohnt sein. Dem Kanzler wurde mehrmals vorgeworfen, auf konkrete Fragen nur allgemein und nichtssagend zu reagieren. Daraufhin wurde auf Twitter kurzerhand der Hashtag #AnswerLikeKurz ins Leben gerufen, der Kurz’ Art, auf Fragen zu antworten, auf die Schaufel nimmt.

Der Kanzler jedenfalls blieb auch am Freitag bei seiner Aussage. Auf die Frage, ob er den Satz zurücknehme, erklärte er laut "ORF": "Ich bleibe bei den Fakten." Es gebe ein massives Wachstum an Beziehern in Wien und jeder zweite Mindestsicherungsbezieher sei ein Ausländer. Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) sprang ihm zur Seite, ortete ein "Förderprogramm für tschetschenische Großfamilien".

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(rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Norbert am 11.01.2019 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Wenn jeder seine Steuern zahlen würde, kann man die Armen locker unterstützen.

    einklappen einklappen
  • LupoVino am 11.01.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wirklich

    noch geleistet, Studium abgebrochen - max. ÖVP gelernt, aber sich über hart arbeitende Menschen lustig machen. Dieser schnöselige Kinderkanzler sollte wenigsten einen Benimmkurs besuchen !

    einklappen einklappen
  • Patriot5611 am 11.01.2019 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Blaue Siebenschläfer

    Warum greift Kurz die FPÖ Wähler an, lasst sie doch schlafen, dann können sie keinen Schaden anrichten die blauen Jünger.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Heinz am 13.01.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Langschläfer

    Anscheinend hat der Maturant auch lieber länger geschlafen da er nicht mal das Studium geschafft hat.

  • andy am 13.01.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht alle in den topf werfen

    kurze Rede länger Sinn ! ich denke das was kurz da sagt ist nur teilweise richtig man sollte nicht alle mit einbeziehen ich kenne auch die faulen die nur kassieren und nix tun und den ganzen Tag spazieren gehen oder ps4 spielen und die anderen auslachen kenne aber auch unschuldige die durch Krankheit oder sonst was ihre Arbeit verloren haben aber kenne auch die fleißigen die was tun und sich was leisten können man sollte das Staffeln in mehreren Schichten und nicht gleich sagen alle sind faul das ist nicht korrekt mfg

  • Justus am 13.01.2019 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Biertrinkernation

    Auch der kongeniale abgedanktw Kern hat in seiner kurzen Regierungszeit von Menschen in Österreich gesprochen die um sechs Uhr aufstehen und das erste Bier trinken. Irgendwas muss an beiden Aussagen wohl stimmen

  • Bastifan am 12.01.2019 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz hat recht!

    Ich bin Wiener und ich fühlie mich durch seine Worte nicht beleidigt. Er hat sicher keine Schichtarbeiter im Auge - sondern das "aufstehen" war eine Metapher für jene, die eine Tätigkeit ausüben wollen. Wer erhält Mindestsicherung in Wien - jemand der bedürftig oder gar krank ist - oder nur einen krankhaften Reproduktionsdrang jenseits jeder Anpassung an die Gesellschaft hat? Rot Grün ist wohl das Schlimmste das Wien seit den Pestepedemien passiert ist ...

  • Matthias Wolf am 12.01.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Prof. (FH)

    »Ein Sager von ihm fällt nun ebenfalls auf Kurz zurück. "lang schlafen, kurz wählen gehen" twitterte er im Oktober 2017. « Na, das war zwar 2010, wenn ich mich nicht völlig falsch erinnere, aber frei nach Menasse: Was schert uns das Kalendarische, gell?