Studie: Europavergleich

26. April 2019 10:15; Akt: 26.04.2019 11:17 Print

EU-Vergleich: Österreicher schätzen Arbeit wenig

Unter allen EU-Nationen ist Österreichern die Arbeit am wenigsten wichtig - dennoch wären sie bereit, zu arbeiten, wenn es finanziell nicht notwendig wäre.

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Die Arbeit interessiert uns zwar nicht, aber wir würden sie dennoch ausüben, auch wenn wir nicht müssten. Wie passt das zusammen? Das Institut für Wirtschaftssoziologie an der Universität Wien erforschte nun gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität in Athen den Stellenwert der Arbeit im Leben junger Menschen in Europa. Dabei kamen sie auf nicht ganz widerspruchsfreie Ergebnisse.

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Nur in Spanien vergleichbar wenig Interesse

Im Rahmen der Studie wurde die Wichtigkeit der Arbeit mit anderen zentralen Faktoren wie Freizeit verglichen. Daneben fragte man nach der Bereitschaft, zu arbeiten, wenn es nicht nötig wäre. Jungen Menschen in Österreich ist die Arbeit weit weniger wichtig als in anderen europäischen Ländern. „Nur in Spanien konnten wir vergleichbar geringe Werte wie in Österreich für diesen Wert feststellen“, meint Prof. Bernhard Kittel zu diesem eindeutigen Ergebnis.

Österreich hat eine Sonderposition

Überraschend: Bei der Frage nach dem Weiterarbeiten ohne Notwendigkeit zeigten Österreicher mehr Verbundenheit zur Arbeit als andere Staaten. „Die Ergebnisse zeigen für Österreich also eine auf den ersten Blick paradox anmutende Wertebeziehung zur Arbeit“, kommentiert Prof. Bernhard Kittel dieses Ergebnis. „Tatsächlich spiegelt es aber nur wider, dass die beiden Dimensionen sehr unterschiedliche Aspekte der Arbeitszentralität für Menschen erheben. Für junge ÖsterreicherInnen ist Arbeit ein selbstverständlicher Teil des Lebens, jedoch nicht mehr dominierend, sondern ein Aspekt neben anderen Lebensbereichen wie Familie und Freizeit."

Für Frauen weniger zentral, wenn Beschäftigung hoch

Wie sich noch zeigte, hängt insbesondere bei jungen Frauen die Wichtigkeit von Arbeit von der Frauenbeschäftigungsquote in der Region ab. Je höher diese ist, desto geringer fällt das Interesse aus. "Wenn viele Frauen im sozialen Umfeld arbeiten“, so Kittel, „dann wird die weibliche Erwerbstätigkeit nicht mehr in Frage gestellt und tritt in der Wahrnehmung ihrer Bedeutung in den Hintergrund.“

Einstellung zur Arbeit wird vererbt

Erstaunlich klar fielen die Ergebnisse zu den Haupt-Einflussfaktoren wie kulturelle Verankerung aus. Prof. Kittel von der Uni Wien führt aus: „Der Einfluss der Eltern ist für junge Leute der bedeutendste Faktor, wenn es um die Wichtigkeit von Arbeit im Leben geht. Diese Einstellung wird also quasi kulturell vererbt“.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • schrumpfkopf am 03.05.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    lustlos

    wenn die Arbeit vom Vorgesetzten nicht geschätzt wird, ist die Motivation beim Teufel.

  • Thirona Sul am 11.05.2019 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft Freude am Arbeiten...?

    Bei unseren hohen Steuern (Lohnnebenkosten inkl.) und den hohen Preisen für das "Leben" selbst, ist es auch kein Wunder, dass die Arbeit als Mittel zum Zweck gesehen wird. Wenn am Monatsende die Abgaben dermaßen überhöht sind, interessiert es kaum jemanden, die Arbeit mit Freude zu betrachten. Großer Druck, immer mehr Probleme, Mobbing, Burn Out etc... Das Sozialsystem reicht für viele aus um überleben zu können, da macht man sich nur ungern die Finger schmutzig. Ich werde auch arbeiten bis zur Pension, aber mehr unfreiwillig wg. des möglichen finanziellen Verlustes.

  • erich07 am 01.05.2019 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit ?

    Wozu arbeiten, der Staat und somit die arbeitenden Steuerzahler erhalten mich sehr gut.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Thirona Sul am 11.05.2019 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft Freude am Arbeiten...?

    Bei unseren hohen Steuern (Lohnnebenkosten inkl.) und den hohen Preisen für das "Leben" selbst, ist es auch kein Wunder, dass die Arbeit als Mittel zum Zweck gesehen wird. Wenn am Monatsende die Abgaben dermaßen überhöht sind, interessiert es kaum jemanden, die Arbeit mit Freude zu betrachten. Großer Druck, immer mehr Probleme, Mobbing, Burn Out etc... Das Sozialsystem reicht für viele aus um überleben zu können, da macht man sich nur ungern die Finger schmutzig. Ich werde auch arbeiten bis zur Pension, aber mehr unfreiwillig wg. des möglichen finanziellen Verlustes.

  • schrumpfkopf am 03.05.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    lustlos

    wenn die Arbeit vom Vorgesetzten nicht geschätzt wird, ist die Motivation beim Teufel.

  • erich07 am 01.05.2019 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit ?

    Wozu arbeiten, der Staat und somit die arbeitenden Steuerzahler erhalten mich sehr gut.