25. März 2020 15:09; Akt: 27.03.2020 12:04 Print

Island fand heraus, warum Corona sich so verbreitet

In Island wurde die erste repräsentative Studie zur Coronavirus-Epidemie durchgeführt. Dabei stießen die Wissenschaftler auf ein entscheidendes Merkmal, das die Ausbreitung erklärt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Island liefert mit einem Pilotprojekt wichtige Einblicke in den neuartigen Coronavirus. Relativ zur Gesamtbevölkerung hat Island nämlich weltweit am meisten Coronatests durchgeführt. Bis Mittwoch wurden 6.163 Personen von der Forschungsinstitution deCode Genetics getestet.

Anders als anderswo, wo aufgrund der beschränkten Anzahl an Tests erst bei Symptomen getestet wird, wurden die Personen in Island zufällig ausgewählt – sie sind also repräsentativ für die Bevölkerung. Island befinde sich in einer einzigartigen Position, sagte der Chefepidemologe Thorolfur Gudnason zu BuzzFeed News. Die Forschungsinstitution deCode Genetics mache die hohen Testraten im Land erst möglich. "Es geht darum, einen Einblick in die tatsächliche Häufigkeit des Virus in der Bevölkerung zu gewinnen", so Gudnason.

Hälfte der Infizierten zeigt keine Symptome

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die aus der Testreihe bereits gewonnen werden konnten, ist, dass die Hälfte aller Corona-Infizierten überhaupt keine Symptome zeigt. Trotzdem sind auch Infizierte ohne jegliche Symptome hoch ansteckend.

Das erklärt die vielfach rasend schnelle Verbreitung. "Die andere Hälfte hat sehr milde, erkältungsartige Symptome", erklärte Gudnason weiter. Die Daten würden ihm zufolge für künftige wissenschaftliche Studien noch sehr hilfreich sein.

Corona aus Ischgl eingeschleppt

Die isländischen Behörden testen indes parallel zu deCode Genetics. Allerdings beschränken sich die Tests auf Personen mit Symptomen sowie Rückkehrer aus Risikogebieten. Insgesamt wurden in Island seit Ende Februar 737 Fälle bestätigt. Ein beträchtlicher Teil lässt sich dabei auf Urlaube im inzwischen berüchtigten Tiroler Skiort Ischgl zurückführen.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen: