Homosexualität in Österreich

05. November 2018 11:30; Akt: 07.11.2018 13:00 Print

"Anfeindungen zum Teil wieder mehr geworden"

von Stephan Hofer - Als "Pinkes Weddingpärchen 2019" machen sich Jürgen Pendl und Jürgen Kiehtreiber für die Ehe für alle stark. Mit "Heute" sprachen sie auch über Homophobie.

Jürgen und Jürgen, das "Pinke Weddingpärchen 2019" im "Heute"-Interview.
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Jürgen Pendl und Jürgen Kiehtreiber wurden im Sommer in Kärnten zum "Pinken Weddingpärchen 2019" gekürt. Dabei war das eigentlich eher ein Zufall, wie die beiden im "Heute"-Interview erzählen. Auch wenn Hochzeit für die beiden noch kein Thema ist, machen sie beim "Pink Wedding"-Hochzeits-Shooting jedenfalls eine gute Figur.

Bis zum endgültigen Einlenken der FPÖ-ÖVP-Regierung im Oktober diesen Jahres war der Kampf für die Ehe für alle das Hauptanliegen von Jürgen und Jürgen (wie sie sich selbst gern nennen).

Dass die Ehe ab dem 1. Jänner nun auch Homosexuellen in Österreich offen steht, ist ein großer Fortschritt. Konkrete Hochzeitspläne haben die beiden allerdings noch nicht. "Wir sind noch nicht lange genug zusammen", sagen sie. Das selbe gilt für die eingetragene Partnerschaft – die beide gut finden.

Jürgen und Jürgen zur Ehe für alle und zur eingetragenen Partnerschaft:

"Es ist gut, dass es die eingetragene Partnerschaft jetzt auch für heterosexuelle Paare gibt", freut sich Kiehtreiber. "Aber ohne die Möglichkeit der Ehe reicht sie nicht. Denn es gibt dabei Nachteile", erklärt das Paar. Vor allem in rechtlichen Belangen ist die eingetragene Partnerschaft – sozusagen als "Ehe light" – benachteiligt. Als Beispiel nennen die beiden etwa Adoptions- und Unterhaltsfragen. "Sie hat natürlich auch Vorteile – so ist die Scheidung wesentlich einfacher."

Jürgen und Jürgen zur Akzeptanz gegenüber Homosexuellen und Homophobie:

Das Verhältnis und die Akzeptanz gegenüber Homosexualität hat sich in Österreich sehr verbessert, sagen Kiehtreiber und Pendl gleichermaßen. "Man ist als Homosexueller nicht mehr so der Außenseiter wie früher", dadurch würden sich junge Menschen heutzutage viel früher trauen, zu ihrer Homosexualität zu stehen, als das etwa noch vor einer Generation der Fall gewesen sei.

Allerdings beobachten beide auch stärker gegenläufige Tendenzen. Homophobie und homophobe Anfeindungen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen hätten in den vergangenen Jahren merklich zugenommen. "Wenn man in der Schwulen-Szene unterwegs ist, dann trifft man zum Teil Gruppen, die warten warten, wenn man bei Klubs und Gay-Lokalen zur Tür hinaus geht; die einen nur verdreschen wollen oder man beschimpft und bespuckt wird", schildern die beiden.

Diese Art der Homophobie nehme vor allem in den Städten wieder zu, "aber von Jugendlichen, nicht von Personen, die älter sind", berichten Pendl und Kiehtreiber. Auf die Frage, worauf sie dies zurückführen, meint Pendl nach dem Video-Interview: "Es ist leider so, dass es doch vorwiegend ein kulturelles Problem ist, so wie wir das mitbekommen." Zugleich betonen sie: "Wir möchten bitte nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, wir seien in irgend einer Form ausländerfeindlich." Es sei ihnen aber beiden wichtig, in dieser Frage offen ihre persönlichen Erlebnisse wiederzugeben.

Das ganze Video-Interview:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 05.11.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig neue Erkenntnis

    "dass es doch vorwiegend ein kulturelles Problem ist" Ach nein, all die Bereicherer wollen keine Homosexuellen? Wer hätte das gedacht....

  • SockenRambo am 05.11.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach was?

    Ein kulturelles Problem... bin gespannt was die Linken dazu sagen.. wenn sogar von dieser Seite Kritik und Sorge kommt ...

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  • Erika am 09.11.2018 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wenns auch

    Wenns auch erlaubt ist, Normal ist es trotzdem nicht !!!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Erika am 09.11.2018 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wenns auch

    Wenns auch erlaubt ist, Normal ist es trotzdem nicht !!!

  • Detlev am 09.11.2018 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Ich empfehle euch das Jilly-Juice. Ist 3 Beiträge weiter oben zu lesen.

  • Censorship am 05.11.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig neue Erkenntnis

    "dass es doch vorwiegend ein kulturelles Problem ist" Ach nein, all die Bereicherer wollen keine Homosexuellen? Wer hätte das gedacht....

  • SockenRambo am 05.11.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach was?

    Ein kulturelles Problem... bin gespannt was die Linken dazu sagen.. wenn sogar von dieser Seite Kritik und Sorge kommt ...

    • Rorschach am 05.11.2018 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      Die Linken werden sagen

      dass das Problem von Gewalt gegen Homosexuelle schon seit jeher auch auf Seiten der Rechtsextremen zu finden ist.

    • MIRI am 05.11.2018 22:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Rohrschach

      ja das werden sie sagen, nur glauben tut es wahrscheinlich niemand. ich bin rechts denkend, habe schwule freunde mit denen ich sehr gerne zusammen sitze, einer davon ist jude und es gibt 0 probleme. warum auch.? diese "neue" homophopie und der heutige antisemitismus ist erst mit der verstärkten zuwanderung zustande gekommen und hat aber sowas von nichts mit rechts zu tun.

    • Alexander am 06.11.2018 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      Miri

      Das mit den Rechtsextremen glauben schon viele nicht mehr. Die Medien spielen da leider auch ein falsches Spiel.

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