GPS-Umstellung

14. März 2019 10:13; Akt: 14.03.2019 13:23 Print

Sicherheitsexperte warnt vor dem Fliegen am 6. April

Steht uns nächsten Monat ein Verkehrschaos bevor? Experten warnen, dass eine geplante GPS-Umstellung weitreichende Folgen haben könnte.

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In der Nacht vom 6. auf den 7. April beginnt eine neue Epoche. Beim Global Positioning System, kurz GPS, steht eine weitreichende Anpassung an. Dies bereitet einigen Experten Sorgen.

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So warnte Bill Malik, Vizepräsident der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro, an einer Konferenz Anfang März vor der Umstellung, da GPS in vielen Bereichen ein kritisches System sei. "Am 6. April werde ich nicht fliegen", sagte der Amerikaner gegenüber Tomsguide.com.

Laut Malik könnten Versand-, Verkehrsüberwachungssysteme und Stromnetze von Störungen betroffen sein.

Ein britischer GPS-Hersteller warnt zudem, dass Finanzmärkte, Energieerzeuger und Rettungsdienste in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Bereits 2018 hatte die US-Regierung auf die nun anstehende Umstellung hingewiesen.

Der Grund für die Aufregung?

GPS-Satellitensignale beinhalten unter anderem einen Zeitstempel, der auch zur Berechnung des Standortes verwendet wird. Diese Angabe, die GPS-Zeit, benötigt nur 10 Bit Speicherplatz. Allerdings können so auch nur maximal 1023 Wochen definiert werden. Bei älteren Systemen beginnt deshalb Anfang April der Zähler wieder bei Null, was zu Problemen führen könnte.

Experte gibt Entwarnung

Was also soll man am 7. April tun? Unsere Kollegen von "20 Minuten" haben bei Johann Richard nachgefragt. Richard ist wissenschaftlicher Berater beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und Delegierter bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Betroffen seien von der Umstellung vor allem Geräte der ersten Generation, also solche, die den veralteten 10-Bit-Zähler nutzen, erklärt Richard. Der Experte relativiert die Aussagen von Malik. Ihm sei kein kritisches System bekannt, das ausschließlich auf diese GPS-Zeit vertraut. So werde es meist auch in der Luftfahrt nur als Backup genutzt.

157 Jahre bis zur nächsten Umstellung

Richard weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: "Im Jahr 1999 fand der letzte Epochenwechsel statt. Damals waren noch viel mehr ältere GPS-Receiver im Einsatz. Es traten dabei aber weder im Flugverkehr noch anderorts größere Probleme auf", erklärt Richard.

Neuere Geräte – wie zum Beispiel Smartphones – haben keinerlei Probleme mit der Umstellung. Sie nutzen einen verbesserten Standard oder setzen auf das neue 13-Bit-System. Mit diesem dauert eine GPS-Epoche 8192 Wochen, sprich 157 Jahre. Andere GNSS (Globale Navigationssatellitensystem), wie etwa das europäische Galileo seien von dieser Umstellung nicht betroffen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wenn ich mich am 14.03.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Recht erinnere

    Uns das tue ich.. Soll aufgrund eines ähnlichen Problems die Welt im Jahr 2000 untergegangen sein.. So what :)

  • Pilot am 14.03.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    End-of-Week Rollover

    Für reine Navigationsempfänger (umgangssprachlich GPS-Empfänger) spielt das keine Rolle, da sie nur mit Zeitunterschieden arbeiten. Dieses Problem betrifft jene Geräte, die Signale des NAVSTAR-GPS als Zeitnormal benutzen. Hier wird der Zeitstempel des U.S. Naval Observatory als Nullpunkt definiert. Empfänger, die die aktuelle Zeit und das Kalenderdatum aus diesne GPS-Daten ableiten, müssen den Überlauf berücksichtigen. In der Avionik ist mir kein einziges Instrument bekannt. Probleme gab es seinerzeit nur in Japan, wo haufenweise KFZ-Navis ausfielen.

  • Steve_OWD am 15.03.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsexperte4.0- Jetzt erst recht!

    Zum Glück ist das reine Navigieren mit GPS erlaubt und sollte ein Satellit ausfallen stürzen alle Flugzeuge ab. Das wäre was für einen Blockbuster, hat aber nichts mit der Realität zu tun.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Dagobert Duck am 16.03.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    GPS und die Relativitätstheorie

    Da die Uhren in der Erdumlaufbahn schneller gehen als auf der Erdoberfläche müssen sie von Zeit zu Zeit nachjustiert werden um genaue Positionsmessungen durchzuführen. Ein Problem könnte beim elektronischen Geld auftreten. Da das Geld elektronisch mit Lichtgeschwindigkeit übertragen nicht altert könnte man es beliebig lange irgendwo in Schaltkreisen herumreisen lassen und sich so bei der Verzinsung Vorteile verschaffen.

  • Steve_OWD am 15.03.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsexperte4.0- Jetzt erst recht!

    Zum Glück ist das reine Navigieren mit GPS erlaubt und sollte ein Satellit ausfallen stürzen alle Flugzeuge ab. Das wäre was für einen Blockbuster, hat aber nichts mit der Realität zu tun.

  • Pilot am 14.03.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    End-of-Week Rollover

    Für reine Navigationsempfänger (umgangssprachlich GPS-Empfänger) spielt das keine Rolle, da sie nur mit Zeitunterschieden arbeiten. Dieses Problem betrifft jene Geräte, die Signale des NAVSTAR-GPS als Zeitnormal benutzen. Hier wird der Zeitstempel des U.S. Naval Observatory als Nullpunkt definiert. Empfänger, die die aktuelle Zeit und das Kalenderdatum aus diesne GPS-Daten ableiten, müssen den Überlauf berücksichtigen. In der Avionik ist mir kein einziges Instrument bekannt. Probleme gab es seinerzeit nur in Japan, wo haufenweise KFZ-Navis ausfielen.

  • Was ergab am 14.03.2019 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nochmal die

    Auswertung der kürzlich abgestürzten Maschine? Nennt man das dann "GPS Hop"?

  • Wenn ich mich am 14.03.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Recht erinnere

    Uns das tue ich.. Soll aufgrund eines ähnlichen Problems die Welt im Jahr 2000 untergegangen sein.. So what :)