Anspannung und Schlafstörungen

06. Juni 2019 08:24; Akt: 12.06.2019 17:28 Print

Stadtleben macht psychisch krank

Die Depressionsrate ist in der Stadt 1,5 Mal so hoch wie am Land. Unter Stressforschern herrscht Einigkeit über die Belastung von "Stadtstress".

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Man kann es als inspirierend, aufregend und abwechslungsreich emfpfinden, oder als laut, anonym und stressig. Ein Leben in Geschwindigkeit ist für die einen geeignet, für die anderen eher weniger.

Depressionen 1,5 Mal häufiger als am Land

Umfrage
Wo gefällt es Ihnen besser? In der Stadt oder am Land?

Sicher ist, dass unter Stadtbewohner häufiger psychische Erkrankungen auftreten als bei Menschen, die am Land leben. Genauer gesagt bedeutet das 1,5 Mal mehr Depressionen und eine doppelt so häufige Rate bei Schizophrenie. Der Stressforscher Mazda Adli hat über das Phänomen ein Buch geschrieben: "Stress and the city". Da stellt sich die Frage, ob diese Erkrankungen dort lediglich öfter diagnostiziert werden oder ob sich mehr dahinter verbirgt.

Angespanntheit, Gereizte Stimmung und Schlafstörungen

Natürlich heißt das nicht, dass jeder, der in der Stadt lebt, automatisch an etwas erkrankt. Es gibt viele Menschen, die gerade die Geräuschkulisse und die Geschwindigkeit brauchen und sich dort wohl fühlen. Jedoch gibt es auch andere, die eventuell vorbelastet sind. Gereizte Stimmung, Angespanntheit und Schlafstörungen sind die schleichenden Symptome des Körpers bei "Stadtstress".

Stressforscher ist Stadt-Fan

Dennoch sehen auch Stressforscher die Vorteile des Aufwachsens in einer Metropole. Wie Adli gegenüber "Focus" erwähnt, möchte auch er seine Kinder in der Stadt aufziehen, da es dort einen besseren Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen gibt, man früh kulturelle Diversität kennenlernt und man lernt, mit Anforderungen der Komplexität umzugehen.

Was man dagegen tun kann

Wer sich hier einen Ausgleich wie eine sportliche Aktivität, Meditation oder Zeit in der Natur sucht, kann gegensteuern. Dabei ist es wesentlich, sich so einen Termin auch in den Kalender einzutragen, um zu garantieren, dass er auch stattfindet. Außerdem muss man sich bemühen, sozialer Isolation entgegenzuwirken. Nur ins Café zu gehen, reicht da oft nicht aus. Also sollte man auch Gruppenaktivitäten einplanen.


Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(GA)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • guziwuzi am 07.06.2019 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wußte es!

    das merkt man am Wahlverhalten

  • Thirona Sul am 10.06.2019 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Landleben

    Vor einigen Jahren bin ich höchst genervt vom Stadtlärm, dem Gestank, den mieselsüchtigen Menschen etc. auf's Land gezogen. Man glaubt immer in der Nähe der Arbeit wohnen oder sichere Infrastruktur um sich haben zu müssen. Ein kleiner Umdenkprozess und mit gar nicht so viel notwendigem Geld kann man ein Häuschen am Land mieten oder kaufen. Es muss nicht gleich alles perfekt sein, man kann langfristig Zimmer für Zimmer do-it-yourself renovieren, falls nötig. Der Weg zur Arbeit ist inetwa so lange, als würde man täglich quer durch die Stadt fahren in den überfüllten, stickigen Öffis. Aufstrebende Gemeinden bieten Greißler, Arzt, Kindergarten, Schule etc. und freuen sich auf Zuzug. Nachbarn helfen, wenn es mal gesundheitlich nicht so gut läuft. Sommerhitze wird abends abgekühlt, man schläft besser und ist wesentlich entspannter. Plötzlich braucht man auch keinen Urlaub am Meer, da die Solardusche im Garten auch ausreicht. Umdenken!

  • Kannitverstan am 06.06.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das manches in der Stadt krank macht

    ist unumstritten. Eine der dümmsten Geschichten ist die in letzter Zeit begonnene Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED. Man kam einfach nicht auf den Gedanken die Wellenlänge auf 2700 Kelvin zu beschränken. Nächtliche Flutung der Häuserschluchten mit greller tageslichtähnlicher Beleuchtung, ein Irrsinn. Auch auf den Stadtautobahnen verbaut man dieses stechende bläuliche Licht, das trotz modernster Technik in Wien nicht blendfrei verbaut wird.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Thirona Sul am 10.06.2019 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Landleben

    Vor einigen Jahren bin ich höchst genervt vom Stadtlärm, dem Gestank, den mieselsüchtigen Menschen etc. auf's Land gezogen. Man glaubt immer in der Nähe der Arbeit wohnen oder sichere Infrastruktur um sich haben zu müssen. Ein kleiner Umdenkprozess und mit gar nicht so viel notwendigem Geld kann man ein Häuschen am Land mieten oder kaufen. Es muss nicht gleich alles perfekt sein, man kann langfristig Zimmer für Zimmer do-it-yourself renovieren, falls nötig. Der Weg zur Arbeit ist inetwa so lange, als würde man täglich quer durch die Stadt fahren in den überfüllten, stickigen Öffis. Aufstrebende Gemeinden bieten Greißler, Arzt, Kindergarten, Schule etc. und freuen sich auf Zuzug. Nachbarn helfen, wenn es mal gesundheitlich nicht so gut läuft. Sommerhitze wird abends abgekühlt, man schläft besser und ist wesentlich entspannter. Plötzlich braucht man auch keinen Urlaub am Meer, da die Solardusche im Garten auch ausreicht. Umdenken!

  • genervter am 08.06.2019 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genervt

    lärm die ganze nacht hitze die ganze nacht manche viele scheinen nichts zu arbeiten und arbeitenden die nachtruhe nicht zu gönnen. lautes gejohle und schreien als ob sie alleine wären. ich hasse die stadt hab aber nicht die nötige kohle um wegzukommen.

    • Petra am 09.06.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @genervter

      Sehr gut gesagt Danke

    • Thirona Sul am 10.06.2019 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @genervter

      Absolut verständlich! Es braucht aber nicht so viel Geld, um wegzukommen. Es muss nicht gleich ein Eigentumshaus sein. Eine kleine Wohnung am Land mit der notwendigsten Infrastruktur ist vorerst schon ein riesiger Schritt in Richtung Entspannung. Die Mieten sind günstiger, der Arbeitsweg ist meistens mind. genau so lange wie wenn man quer durch die Stadt müsste. Die Menschen sind zwar etwas anders, jedoch gewöhnt man sich schnell daran.

    einklappen einklappen
  • guziwuzi am 07.06.2019 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wußte es!

    das merkt man am Wahlverhalten

  • Kannitverstan am 06.06.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das manches in der Stadt krank macht

    ist unumstritten. Eine der dümmsten Geschichten ist die in letzter Zeit begonnene Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED. Man kam einfach nicht auf den Gedanken die Wellenlänge auf 2700 Kelvin zu beschränken. Nächtliche Flutung der Häuserschluchten mit greller tageslichtähnlicher Beleuchtung, ein Irrsinn. Auch auf den Stadtautobahnen verbaut man dieses stechende bläuliche Licht, das trotz modernster Technik in Wien nicht blendfrei verbaut wird.