Leitung zurück getreten

30. November 2017 14:19; Akt: 30.11.2017 14:39 Print

Jugendliche misshandeln in Wohnheim kleine Kinder

In einer burgenländischen Wohngemeinschaft soll es zu Misshandlungen und sexuellen Übergriffen gekommen sein. Jetzt gibt es erste Konsequenzen.

Die Übergriffe auf kleinere Kinder sind angeblich seit Monaten bekannt (Symbolbild) (Bild: iStock)

Die Übergriffe auf kleinere Kinder sind angeblich seit Monaten bekannt (Symbolbild) (Bild: iStock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Volksanwaltschaft tauchte vergangene Woche überraschend in der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft im Burgenland auf - was die Prüfer sahen, brach ihnen das Herz: Es herrschte ein Klima der Angst, weil ältere Jugendliche immer wieder die kleinen Kinder der Wohngemeinschaft misshandelten. Knirpse flehten unter Tränen, nicht mehr im Wohnheim bleiben zu müssen.

Behördenskandal?

Volksanwalt Günther Kräuter wandte sich mit der Aufforderung an das Land Burgenland, endlich zu handeln. Denn die Bezirkshauptmannschaft wusste offenbar bereits seit längerem über die Vorwürfe Bescheid. In einem konkreten Beispiel erfuhren sie von einem 15-Jährigen, der seit Jahren Kinder sexuell missbraucht haben soll.

Heimleitung trat zurück

Während der zuständige Landesrat, Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ), behauptet, dass die Behörden keine Fehler gemacht hätten, zog die Heimleitung die Konsequenzen: Sie trat Donnerstag mittag zurück und veröffentlichte folgende Stellungnahme: „Ich bitte Sie, dass Sie respektieren, dass wir das Haus und die Kinder schützen wollen. Dieser Vorfall ist bereits alt und wir haben alle erforderlichen Unterlagen und Informationen nachweislich bereits vor eineinhalb Jahren an die übergeordnete Behörde (Jugendamt) weitergeleitet. Wir unterstützen bereits die Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung. Bitte respektieren Sie das zum Wohle der Kinder.“

"Sofort Konsequenzen gezogen"

Landesrat Norbert Darabos tun die Familien leid. Er betont jedoch, dass die Behörden keine Fehler gemacht hätten: "Wir haben im letzten Jahr Kenntnis bekommen, dass dort etwas passiert sein könnte. Wir haben aber auch von Seiten der Behörden damals schon die Konsequenzen gezogen, diesen Jugendlichen, der hier beschuldigt wird, auch andere missbraucht zu haben, von dem Platz, wo er war, wegzubringen", erklärte Darabos am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Landeskriminalamt übernimmt

Auch Bettina Horvath, leitende Sozialarbeiterin des Landes Burgenland erklärte in einer Stellungnahme, dass man bereits vor einiger Zeit Maßnahmen ergriffen habe, um die Situation zu klären.
Nun nimmt sich auch das Landeskriminalamt des Falles an.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • genug am 30.11.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    einschlafen lassen ?

    diese schwammigen formulierungen, nicht auszuhalten. solange nichts sagen, es wird ja täglich durch neues zugedeckt. arme kinder. wo lebenwir denn ? insel der seligen kann man nicht mehr behaupten !

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  • Geschockt am 30.11.2017 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Wäre es geklärt, hätten die Kinder nicht so reagiert.... was soll diese Augenauswischerei???? Gehandelt gehört in so einem Fall SOFORT und nebenher Ermittlungen durchgeführt. Aber wie immer wird die Situation bis zur Klärung einfach belassen...

  • directly am 30.11.2017 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Anscheinend wurde nicht gehandelt... oder warum wird die Volksanwaltschaft bzw dieser Prüfer 1,5 Jahre später unter Tränen gebeten dort ausziehen zu dürfen? Jetzt erst tritt sie zurück??? Ja es muss umgehend ermittelt werden aber es muss auch in der Sekunde gehandelt werden, nicht erst wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind... was ist das nur für ein System????? Aber klar... wie immer... niemand hat einen Fehler gemacht.... unfassbar und entsetzlich ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hans mayerhofer am 03.12.2017 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    darabos ist rücktrittsreif

    mit seinem typischen spö-verhalten: zudecken, abstreiten, weitermachen wie bisher. lseit 1,5 jahren - wie interessant. was war da bloß? da steckte er auch mit drin als durchwinker. zeit die spö abzuschaffen. wir haben genug gelitten unter migranten, wilhelminenberg, steinhof und skandalen ohne ende!

  • Dagehtdirs Gimpfteauf am 01.12.2017 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts dazugelernt

    Die nicht handelnden Verantwortlichen im Heim und in der Behörde gehören vor Gericht! Landesrat Darabosch (wieder einmal SPÖ - siehe Wilhelminenberg!)) sagt:Wir haben im letzten Jahr Kenntnis bekommen, dass dort etwas passiert sein könnte. "SEIN KÖNNTE!!!" Ein Skandal sondergleichen!

  • Silberne am 30.11.2017 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Es war immer schon so

    Es war in den Heimen damals genau so ,mein Partner Heute 64 ist immer noch Traumatisiert und es gibt bestimmte Situationen( bei einem Friseurbesuch darf ihm kein Mann die Haare schneiden)wenn man darum bittet eine Friseurin zu nehmen wird er noch hämisch angelacht. Die Personen konnten von damals nicht heran gezogen werden da verjährt oder verstorben....so läuft es leider.....

  • Si Vis Pacem am 30.11.2017 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeden Pseudo-Minderjährigen

    vor dem Gesetz trotz falscher Alters- und Herkunftsangabe schützen, aber das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit echter Kinder mit Füßen treten. Werte SPÖ: Wollt ihr eigentlich, dass die kulturell Einheimischen, egal von welchem Kontinent sie ursprünglich kamen - und ja diese echte Integration MANCHER gibt es, eure Arbeit selbst in die Hand nehmen? Man kann gar nicht so viel essen ...

  • Calimero am 30.11.2017 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saustall

    Ein mutmaßlich übergriffiger Jugendlicher werde morgen, Freitag, in eine andere Einrichtung überstellt. Die Geschäftsführerin der Wohngemeinschaft war am Donnerstagvormittag vorerst nicht erreichbar.