Schuldig

13. Dezember 2017 17:18; Akt: 13.12.2017 17:55 Print

Geldstrafe für Pädagogin nach Badeunfall mit Buben

Seit einem Ausflug ist der dreijährige Elias ein Pflegefall. Am Mittwoch endete der Prozess mit einem milden Urteil.

Elias ist ein Pflegefall. (Bild: privat)

Elias ist ein Pflegefall. (Bild: privat)

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Eine Kindergärtnerin sowie ein Bademeister wurden am Mittwoch schuldig gesprochen. Eine Betreuerin und der Mitarbeiter des Freibads müssen sich der fahrlässigen, schweren Körperverletzung verantworten. Das Urteil: 1.500 Euro Geldstrafe für die Pädagogin, 2.000 Euro Strafe für den Bademeister. Möglich waren bis zu sechs Monate Haft.

Drama im Schwimmbad

Im August dieses Jahres machte der Kindergarten Bleiburg einen Ausflug in ein Freibad. Drei Kindergärtnerinnen waren mit 17 Kindern unterwegs.

In einem Moment der Unachtsamkeit entfernte sich der damals dreijährige Elias von der Gruppe. Dabei stürzte er ins Nichtschwimmerbecken - "heute-at" berichtete.

Erst nach einigen Minuten entdeckte eine der Betreuerinnen den Buben leblos im Wasser und zog ihn heraus. Seitdem ist der Bub ein Pflegefall.

Zweite Betreuerin ist sich keiner Schuld bewusst

Beim Prozess schilderte die Verurteilte 24-Jährige unter Tränen, wie sie den kleinen Buben im Becken entdeckte. Zuvor habe sie ihm beim Umziehen geholfen. Anschließend hätte er sich auf ein Handtuch gesetzt. Erst als sie mit allen Kindern zum Schwimmbecken ging, sah sie Elias im Wasser treiben.

Die zweite Betreuerin bekannte sich nicht schuldig. Die 45-Jährige wäre erst später mit einem zweiten Teil der Kinder im Freibad angekommen. Die 45-Jährige wurde freigesprochen.

Bademeister gestand

Der 23-jährige Bademeister gab zu, dass er sich zum Unfallzeitpunkt im Keller befand, wo er Wartungsarbeiten durchführte. Die Aufsicht übergab er seiner Mutter an der Kassa. Diese hätte aber keine Bademeister-Ausbildung. Außerdem habe man von der Kassa aus keinen vollständigen Überblick über alle Becken.

Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Über zivilrechtliche Schmerzensgeldansprüche muss gesondert verhandelt werden.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SockenRambo am 13.12.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Millionen..

    Vielleicht kommen die Landesschulräte jetzt endlich drauf, das ein Ausflug zum Schwimmen, nicht mit 2 Pädagoginen möglich ist!! Es werden Millionen über Millionen für teils unnötige, falsch eingesetzte Deutschkurse ausgegeben, bei der Sicherheit der heimischen Kinder wird gespart!!!! Ein echter Graus!!!

  • Silvii am 13.12.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafe

    In der Haut der Pädagogin möcht ich nicht stecken. Kein Geld der Welt (oder Haftstrafe) kann ihr das Schuldgefühl nehmen, bis an ihr Lebensende

    einklappen einklappen
  • eb am 13.12.2017 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fr

    Ein bisschen Geld für ein genommenes normales Leben

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mutter am 14.12.2017 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsstaat?

    Gehen mit 18 Kindern ins Schwimmbad, sind nicht fähig, die Kinder mit Schwimmflüggerl zu schützen, haben dann noch die Präpotenz zu sagen, sie sind nicht schuldig. Ein Witz ist das Urteil, ein geringer Betrag. Zerstören das Leben eines ihnen anvertrauten Kindes und dessen Eltern. Und diese Erzieherinnen werden weiterhin auf Kinder losgelassen.

    • beeee am 14.12.2017 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      Finde ich auch

      finde ich auch: Schwimmflügerl verpflichtend für Kinder in dem Alter. Schon beim Umziehen drauf und fertig....

    • Vater am 14.12.2017 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mutter

      Es stellt sich nur die Frage ob die Eltern der Beteiligten Kinder über diesen Ausflug dementsprechend informiert waren! Wenn Mans genau nimmt ist mit einer Kindergartengruppe JEDER Ausflug mit gefahren verbunden ! Für mich stellt sich die Frage Bzw kenn ich es aus eigener Erfahrung das bei Ausflügen immer Eltern gebeten werden ob sie teilnehmen möchten,wollen oder können !

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  • Markus am 13.12.2017 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Ich gebe auch eine Schuld der Gemeinde bzw. dem Bund. Es darf ganz einfach nicht erlaubt sein mit Kindergartenkindern die gerade mal 3Jahre sind ein Freibad zu besuchen. Da ist ein Unglück vorprogrammiert. Vor allem wenn so wenige Pädagoginnen anwesend sind. 2-3 mehr wäre ja viel zu teuer gewesen. Alles andere ist mehr Wert als ein Menschenleben.

  • Traurig am 13.12.2017 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Warum muss man den um himmelswillen mit Kindergartenkindern ins Freibad rennen???? Gibt es keine anderen möglichkeiten im sommer als mit 17 Nichtschwimmern baden zu gehen???? Da musste doch was passieren! Die arme Familie!

  • SockenRambo am 13.12.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Millionen..

    Vielleicht kommen die Landesschulräte jetzt endlich drauf, das ein Ausflug zum Schwimmen, nicht mit 2 Pädagoginen möglich ist!! Es werden Millionen über Millionen für teils unnötige, falsch eingesetzte Deutschkurse ausgegeben, bei der Sicherheit der heimischen Kinder wird gespart!!!! Ein echter Graus!!!

  • Silvii am 13.12.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafe

    In der Haut der Pädagogin möcht ich nicht stecken. Kein Geld der Welt (oder Haftstrafe) kann ihr das Schuldgefühl nehmen, bis an ihr Lebensende

    • Martha am 13.12.2017 19:16 Report Diesen Beitrag melden

      Ein paar Euro

      Eine Runde Mitleid mit den ach so armen Frauen, unglaublich. Mein Mitleid haben die Eltern, die ein behindertes Kind, dank der Erzieherinnen ihr ganzes Leben versorgen müssen. Diese Urteil ist ein Hohn, ein Schlag ins Gesicht für die leidgeprüften Eltern.

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