Kolumne

15. April 2019 05:31; Akt: 15.04.2019 07:59 Print

Glattauer: Wenn du öfter Öffis fährst...

von N. Glattauer - Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Wenn du öfter Öffis fährst… Und: Unterrichten wie vor 30 Jahren.

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute". (Bild: heute.at)

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Wenn du öfter Öffis fährst …

… kannst du was erzählen. Sehe ich in der U1 eine Kindergruppe, 14 so Zwutschkerln jeweils zu dritt auf fünf Zweierbänke verteilt, Rucksäcke auf den Knien, von zwei taffen Kindergartenpädagoginnen in den "Wir benehmen uns jetzt!"-Modus gebracht.

Alle tragen, den kühlen Morgenstunden geschuldet, orange Wollhauben. "Kindergarten Sonnenschein" steht drauf. Rundherum Erwachsene. Sie fühlen sich offensichtlich um ihre Sitzplätze betrogen. Grimmige Blicke, finstere Minen. Dorthin dringt kein Sonnenschein. Kalter Hochnebel über den U-Bahn-Sitzen.

Und jetzt ein kurzer Gedankenwechsel: Seit einiger Zeit kleben in der U vier neue Piktogramme: Rauchen verboten; Essen verboten; Trinken verboten; Hunde mit Beißkorb erlaubt. Das verführt zum Vergleichen. In Bangkok sieht man neben den auch uns bekannten Aufklebern wie Aufstehen für Alte, Schwangere, etc. noch zwei, nämlich: Aufstehen für Mönche und – Aufstehen für Kinder mit Schultaschen! Irgendwie typisch, oder? Anderswo weist man darauf hin, dass man bei den Sitzplätzen bitte auf die Kinder nicht vergessen soll. Bei uns, dass Hunde eh erlaubt sind.

Note:
Unbefriedigend

Unterrichten wie vor 30 Jahren

Posting: Ich bin Mutter von zwei Gymnasiasten in NÖ. Das macht mich nicht zu einer Expertin, aber manches verstehe ich echt nicht. Die LehrerInnen sind durchwegs kompetent. Dennoch sieht der Unterricht genauso aus wie bei mir vor 30 Jahren. Eine/r steht vorne und redet, die Kids sitzen, hören zu (oder nicht). Keine Projekte, keine eigenständigen (!!) Aufgaben. Die einen langweilen sich, weil sie es schon verstanden haben, die anderen brechen in Tränen aus, weil es beim dritten Mal noch immer nicht klar ist.

Eh! Aber statt dort endlich etwas zu ändern, nämlich systemisch, nicht nur in "Leuchtturmschulen", doktern sie an der NMS herum, schwingen die Notenkeulen, lassen Sitzenbleiben und machen Tests, Tests, Tests und noch mehr Tests!

Note:
Nicht genügend

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seniorenbund am 15.04.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Na freilich, nur noch Kuschelpädagogik

    Wir wurden in Kindergarten/Schule noch SO erzogen, dass wir die Sitze automatisch ANDEREN Fahrgästen überließen. Der Standardsatz unserer ErzieherInnen dazu lautete stets: "Ihr habt's JÜNGERE Füße" .... Wenn jetzt Schuldirektor Niki zum vollen "Verwöhn-Programm" für die heranwachsende Jugend auffordert, verwundert es nicht mehr, dass man nur noch verzogene Fratzen antrifft ! Beispiele gefällig ? Da wird einer alten Frau im U-Bahnbereich via Skateboard der Weg zur Rolltreppe abgeschnitten, und in der U4 musste ein Mann mit Krücken (!) stehen, während Halbwüchsige auf den Bänken fläzten.

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  • Seitenblick am 15.04.2019 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Elite wird das keine

    Wenn man sich die Realität ansieht ist eigentlich alles sonnenklar. In Wien mehr als 50% teilweise über 90% nicht nativ Deutschsprechende in den Klassen. Wie soll man jemandem etwas erklären wenn das gesprochene Wort als solches nicht mal ansatzweise verstanden wird. Auch aggressive Jugendliche sind da. Wie soll man das jemals wieder in den Griff kriegen. Von wenig begabten und nicht besonders hellen Schülern rede ich da noch gar nicht. Danke an Links. Deren Anliegen war es dass es so wird und so haben wir es.

  • Salomon am 16.04.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Note " nicht genügend"

    für den Schüler Glattenauer, weil er nichts verstanden hat. Das frühere Schulsystem vor 30 Jahren mit Noten und Tests war besser, weil es begabte, gebildete Menschen hervorgebracht hat. Die sozialistischen Einflüsse in der Bildung haben leider ergeben, dass ein Grossteil der Schüler weder rechnen noch sinnerfassend lesen und schreiben kann. Das korrigiert zum Glück jetzt unsere vernünftige Regierung.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • norbert am 20.04.2019 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unterrichten wie vor 30 Jahren??

    Ich habe den Film Feuerzangenbowle gesehen, (gedreht 1944) Da hat sich seither im Schulsystem nichts grundlegendes geändert.

  • Vorname + Nachname am 16.04.2019 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Na ich weiß nicht,

    wenn schon so viele Kinder einen Bus, Zug, etc belagern, können sie doch wohl ihre Schultasche abnehmen, dann muss man ihnen keinen Sitzplatz anbieten. Als Kind steht man auch noch ganz gut. Alten Leuten wird auch kein Platz angeboten. Muss auch nicht sein. Wenn ich mich hinsetzen muss, frage ich laut, wer mir seinen Sitzplatz überlassen kann - ich habe den bisher noch immer bekommen. Man bedankt sich, lächelt und fertig.

  • Salomon am 16.04.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Note " nicht genügend"

    für den Schüler Glattenauer, weil er nichts verstanden hat. Das frühere Schulsystem vor 30 Jahren mit Noten und Tests war besser, weil es begabte, gebildete Menschen hervorgebracht hat. Die sozialistischen Einflüsse in der Bildung haben leider ergeben, dass ein Grossteil der Schüler weder rechnen noch sinnerfassend lesen und schreiben kann. Das korrigiert zum Glück jetzt unsere vernünftige Regierung.

    • Mal ehrlich am 18.04.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

      Steuergeld für nichts!

      Ja, das schlimme ist, Sie haben recht. Während in anderen Ländern alle am PC sitzen, interaktiv an Projekten arbeiten haben wir jetzt teilweise Whiteboards statt der Tafeln aus 1965. Aber kein Wunder, das Geld wird ja für unnötiges verpulvert, und die Bildung, die uns langfristig konkurrenzfähig machen sollte wird vernachlässigt. Wird böse Konsequenzen haben, was unsere Politiker die letzten Jahre/Jahrzehnte versäumt haben

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  • Rorschach am 16.04.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    ...von zwei "taffen"...?

    Was heisst das? Und "finstere Minen" sind grantige Sprengfallen?

    • Patrizia am 16.04.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Rorschach

      Mine = ein unterirdisches Bergwerk. Miene = ein Gesichtsausdruck. Was wollte uns der Schuldirektor damit sagen? Oder hat er gar als Deutschlehrer und Notengeber einen Fehler gemacht?

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  • Wiener am 16.04.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zeiteinteilung

    Ich fahre jeden Tag mit den Öffis und meine gute Laune verfliegt im Nu wenn rudel- und klassenweise Kinder den Waggon stürmen. Warum können sie ihre Ausflüge nicht ab 09.00 Uhr machen wenn die Berufstätigen bereits in der Arbeit sind? Da brauchen sie sich nicht zu wundern wenn es von allen Seiten nur finstere Blicke gibt ...