Besitzer auf Flucht vor Polizei

13. Februar 2018 15:45; Akt: 13.02.2018 18:47 Print

Echse "Ferdl" überlebt halbes Jahr ohne Nahrung

Völlig alleine wartete die kleine Bartagame ohne Nahrung in einer kalten und dunklen Wohnung in Graz auf die Rückkehr ihres Herrl – vergeblich.

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Seit August 2017 musste eine Bartagame (Pogona viticeps) namens "Ferdl" ein Martyrium durchleben. Sein Besitzer hatte ihn alleine in einer Wohnung im Grazer Bezirk Mariatrost zurückgelassen – ohne Futter, ohne Wasser, ohne Licht und ohne Wärme.

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Der Grund: "Ferdls" Mensch befindet sich auf der Flucht vor der Polizei. Am Samstag (10. Februar) wurde das Tier schließlich von den Vermietern der Grazer Wohnung entdeckt. Die Echse befand sich in erbarmungswürdigen Zustand. Noch ist unklar, ob sie ihre monatelange Tortur unbeschadet überstanden hat und wieder völlig gesund wird.

Echse chillt schon am Heizkörper

"Ferdl" befindet sich nun in der liebevollen Pflege von Reptilien-Experte Werner Stangl. Dieser ist zuversichtlich, dass er den kleinen Bartagamen wieder aufpäppeln kann. "Er ist bereits guter Dinge und frisst schon Tomaten und chillt am Heizkörper", so der Obmann des Steirischen Reptilien- und Amphibienvereins auf "heute.at"-Anfrage: "Momentan schaut es gut aus, das Tier frisst selbständig Obst und auch schon wenige Insekten, kann diese aufgrund der Entkräftung aber noch nicht selbständig jagen".

Doch wie konnte das Schuppenkriechtier so lange in völliger Isolation überleben? Selbst der Reptilienexperte kann darüber nur mutmaßen: Die Echse könnte sich von den typischen Hausbewohnern wie Spinnen und Asseln ernährt und das Kondenswasser von den Fensterscheiben geleckt haben. "In der freien Wildbahn können diese Tiere über längere Zeit ohne Nahrung und Wasser auskommen".

"Chancen stehen gut"

Dazu kommt, dass die Heizung abgedreht war. Dieser Umstand könnte, so grausam er auf den ersten Blick anmutet, "Ferdl" möglicherweise sogar das Leben gerettet haben: "Dadurch konnte das Tier den Stoffwechsel herunterfahren und deshalb diese sehr lange Zeit relativ unbeschadet überstehen", weiß Stangl. Seitens des Steirischen Reptilienvereins wurde nun ebenfalls Anzeige gegen den untergetauchten und bereits polizeilich gesuchten Tierbesitzer gestellt.

Ob "Ferdl" wieder gesund wird, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen und hängt davon ab, ob seine Nieren nicht zu stark gelitten haben und sein Stoffwechsel wieder in Gang kommt, erklärt Stangl weiter. "Die Chancen dafür stehen aber sehr gut, sodass ich insgesamt eine positive Prognose abgeben kann."

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.arion am 13.02.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Baldige Besserung

    Ferdl, du schaffst das du süßer Bub

  • Steffi am 13.02.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Alles Gute Ferdl!

  • S.E am 14.02.2018 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch verstandene Anglizismen!

    Auf dem Heizkörper chillen? Ist wie sich im Eiswasser aufwärmen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Ulm am 01.03.2018 01:05 Report Diesen Beitrag melden

    FERDL

    Auf diese Antwort. Auf dem Heizkörper Chillen? Ist wie sich im Eiswasser aufwärmen! finde unangebracht denn wie jeder weis kann man die Temperatur eines Heizkörpers regeln. Darum wurden auch Wärme platten für Terrarien erfunden. Aber lieber S.E ich kann dir versichern das Ferdl einen guten Platz bekommt. dafür sorgt die Organisation für Reptilien. Hut ab.

  • Calimero am 15.02.2018 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durchgewurschtelt

    Sollen so 2-3 Monate auch Winterschlaf halten können und fressen alles !

  • S.E am 14.02.2018 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch verstandene Anglizismen!

    Auf dem Heizkörper chillen? Ist wie sich im Eiswasser aufwärmen!

  • Steffi am 13.02.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Alles Gute Ferdl!

  • M.arion am 13.02.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Baldige Besserung

    Ferdl, du schaffst das du süßer Bub