Für Bordellbesuche

12. Januar 2018 13:24; Akt: 12.01.2018 14:10 Print

Raub erfunden, dann flüchtete Spielsüchtiger

Den Raub, den ein Grazer (32) der Polizei meldete, hat es nie gegeben. Stattdessen verschwand der Mann und wurde erst einen Monat später in Wien aufgespürt.

Symbolbild (Bild: iStock)

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Am 12. Dezember vorigen Jahres rief ein 32 Jahre alter Grazer aufgeregt die Polizei. Er berichtete, dass er an seinem Arbeitsplatz in einem Elektronikgeschäft von zwei unbekannten Tätern mit einer Pistole bedroht und beraubt wurde.

Die Anzeige, die der Mann erstattete, war der Startschuss für umfangreiche Ermittlungen der Polizei. Diese gingen aber nicht zugunsten des vermeintlichen Opfers aus. Die Polizisten fanden nämlich heraus, dass er den Überfall frei erfunden hat.

Überfall war erfunden
Der Raubüberfall hat nie stattgefunden. Bei einer Einvernahme legte der 32-Jährige dann alle Karten auf den Tisch. Den Ermittlern war er zu diesem Zeitpunkt schon verdächtig geworden. Er verschwand nämlich kurz nach der Tat von der Bildfläche, ließ Ehefrau und Kind daheim zurück, die Polizei konnte ihn nicht mehr lokalisieren.

In Wien gefasst
Vor wenigen Tagen dann spürten ihn die Ermittler in Wien auf und konfrontierten ihn mit den Vorwürfen. Er zeigte sich geständig. Die Handys, die er als angeblich gestohlen meldete, hatte er selbst mitgenommen und im Internet verkauft.

Spielsucht und Bordellbesuche
Sein Motiv war Geldnot, der man bezeichnet sich selbst als spielsüchtig. Auch Bordellbesuche belasteten seine Finanzen. Der Schaden von mehreren Tausend Euro wird wohl offen bleiben, der Verdächtige hat das Geld ausgegeben.

Deshalb wird ihm Veruntreuung vorgeworfen. Er muss auch mit einer Anzeige wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung, falscher Beweisaussage vor der Kriminalpolizei und anderen Delikten rechnen.

(red)

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