Wirbel um Schriftzug

14. Februar 2018 15:09; Akt: 14.02.2018 15:30 Print

Haus des Meeres: Neue Proteste gegen Umbau

Kunst-Uni Rektorin Eva Blimlinger schrieb einen offenen Brief an die Stadt Wien: Die Anti-Kriegs-Botschaft am ehemaligen Flakturm müsse erhalten bleiben.

Der Schriftzug am Haus des Meeres soll verschwinden.  (Bild: Lisi Niesner)

Der Schriftzug am Haus des Meeres soll verschwinden. (Bild: Lisi Niesner)

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"Mit großer Verwunderung und verärgertem Erstaunen muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die Stadt Wien der Zerstörung von Kunst im öffentlichen Raum, durch die Bewilligung eines massiven Ausbaus des Flakturms in dem sich das Haus des Meeres befindet, zustimmt", schreibt Kunstuni-Rektorin Eva Blimlinger nun auf Facebook in einem offenen Brief an die Stadt Wien. Ausgerechnet im Gedenkjahr 2018 soll die meterhohe Anti-Kriegs-Botschaft "Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht) /Smashed to pieces (in the still of the night)" von Künstler Lawrence Weiner verschwinden. Grund ist der geplante Umbau des Haus des Meeres. Der massive Flakturm soll großteils hinter einer Glasfassade verschwinden.

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Heftige Kritik an dem Vorhaben kam auch schon von den "Wiener Festwochen" – die das Textkunstwerk 1991 in Auftrag gaben und das Nutzungsrecht am Flakturm inne haben – "Heute" berichtete. "Schon 2003 wurde der Denkmalschutz aufgehoben und das, was dann an Umbauten bereits passiert ist, hat die ursprüngliche wirklich sehr starke Wirkung dieses Kunstwerks reduziert", so Wolfgang Wais, Geschäftsführer Wiener Festwochen gegenüber wien.orf.at.

Auf der Facebookseite von Eva Blimlinger gehen die Wogen jedenfalls nun hoch, die geplante Ausradierung der Flakturm-Botschaft regt auf: "Der Umbau ist einen Vernichtung der Erinnerung", meint etwa User Dimitris M. "Am besten malt man die Flaktürme rosa an oder spendet sie den besten Graffiti-Künstlern der Welt", meint ein anderer. "Solange wir ständig an der Vergangenheit festhalten wird sich nichts nach vorne bewegen", meint andererseits Ramteid T. auf Facebook. Aus dem Büro der zuständigen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou war bisher keine Stellungnahme zu erhalten.

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(pet)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 14.02.2018 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nur subversiv sein ist nicht Kunst

    Wenn das Kunst sein soll, dann bin ich schon seit Jahrzehnten ein Allround-Genie. Die Tante von der Uni sollte mal darüber reflektieren, was uns alles unter diesem Begriff vorgesetzt wird und ob dahinter tatsächlich Talent steckt. Die mit Schmetterlingen bemalte Hausfassade am nahegelegenen Richard-Waldemar-Platz ist echte Kunst. Nur subversiv zu sein, reicht nicht aus.

  • WolfgangHeute am 14.02.2018 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die wahren ewig gestrigen

    Mir erschließt sie sich nicht, die künstlerische Seite der Beschriftung.

  • M.arion am 14.02.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ein

    Schriftzug, der vom Großteil der Bevölkerung nicht einmal wahrgenommen wird, das Gedankengut und die Erinnerung beeinflussen? Außerdem, was heißt überhaupt "Erinnerung" ? Meine Eltern wurden 1942 geboren, mitten im Krieg und deren Erinnerungen beschränken sich auf den Wiederaufbau und die Besatzungszeit. Ich wurde 1969 geboren und meine Erinnerung beschränkt sich darauf, was mir als Kind von meinen Großeltern und deren Geschwistern erzählt wurde. Die hatten nämlich Erinnerungen. Im Gegensatz dazu WERDEN wir immer wieder daran erinnert von Menschen, die selbst keine Erinnerung haben

Die neusten Leser-Kommentare

  • Külümandcaru am 15.02.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das Kunst oder kann das weg ?

    In jedem Fall ist der Turm schiach. Die Schrift ist mir an sich egal, die Mehrheit der Wiener Bevölkerung jedoch spricht Deutsch auf einem solch niedrigen Niveau, das ihr die Botschaft dieser Zeilen ohnehin verborgen bleibt. Und: moderne Anti-Kriegsbotschaften sollten eher auf Arabisch oder Türkisch bzw. Englisch zu lesen sein. Deutsch ist keine so wichtige Kriegssprache mehr...

  • Guentta am 15.02.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Botschaft?

    Das ist also eine Anti-Kriegs-Botschaft? Danke für die Aufklärung, aus dem Text heraus ist das nicht für jedermann offenkundig. Oder bin nur ich so begriffsstützig?

  • j.l. am 14.02.2018 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    schriftzug?

    ich war schon im haus des meeres und bin auch schon vorbeigegangen aber ohne euren artikel wüsst ich nichtmal das es diesen spruch gibt, war mir nie aufgefallen.

  • Wk am 14.02.2018 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Besser noch

    Die Schrift emtfernen und auf den Umbau verzichten, dass wäre mal was gutes!

  • M.arion am 14.02.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ein

    Schriftzug, der vom Großteil der Bevölkerung nicht einmal wahrgenommen wird, das Gedankengut und die Erinnerung beeinflussen? Außerdem, was heißt überhaupt "Erinnerung" ? Meine Eltern wurden 1942 geboren, mitten im Krieg und deren Erinnerungen beschränken sich auf den Wiederaufbau und die Besatzungszeit. Ich wurde 1969 geboren und meine Erinnerung beschränkt sich darauf, was mir als Kind von meinen Großeltern und deren Geschwistern erzählt wurde. Die hatten nämlich Erinnerungen. Im Gegensatz dazu WERDEN wir immer wieder daran erinnert von Menschen, die selbst keine Erinnerung haben