Zeichen gegen Krieg

16. Mai 2018 11:50; Akt: 16.05.2018 16:21 Print

Schießendes Mädchen und Terror "zieren" Ringturm

von Louis Kraft - Aus Anlass "100 Jahre Republik Österreich" wird der Wiener Ringturm heuer vom weltbekannten österreichischen Künstler Gottfried Helnwein verhüllt.

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Heuer begeht Österreich der 100. Jahrestag der Gründung der Republik. Aus diesem Anlass wird der Ringturm der Wiener Städtischen Versicherung am Wiener Schottenring heuer vom renommierten Künstler Gottfried Helnwein verhüllt. Das Kunstprojekt "I saw this" setzt einen, im wahrsten Sinne des Wortes, flammenden Appell gegen Gewalt, Terror und Angst mitten ins Wiener Stadtzentrum.

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"Wir haben uns im Jubiläumsjahr 2018 – '100 Jahre Republik Österreich' – ganz bewusst für einen bedeutenden, heimischen Künstler von Weltrang entschieden. Gottfried Helnwein ist einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer Kunst unseres Landes", betont Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins.

In seiner Funktion als Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG) zeigt der Wiener Städtische Versicherungsverein mit der diesjährigen Verhüllung seiner Konzernzentrale auf, was viele verdrängen. "Jeden Tag sind Krieg, Gewalt und Terror in vielen Teilen der Welt grausame Realität. Darauf machen wir mit Helnweins Darstellung aufmerksam."

Kunst-Mahnmal "I saw this"

Helnwein greift in seinem Kunstwerk zu einem sehr plakativen Stil. Ein blondes Mädchen, die Haare streng nach hinten frisiert, nimmt auf der Vorderseite des Ringturms mit einem Maschinengewehr den Wiener Donaukanal ins Visier. Damit greift der Künstler das Thema Kindersoldaten auf. Auf der Rückseite des Gebäudes brennt eine Stadt vor den Augen einer überdimensionalen Manga-Figur lichterloh, im Hintergrund sind Menschen vor einer Welle von meterhohen Flammen und Rußwolken zu sehen.

In diesen Tagen werden damit begonnen, die Netzbahnen aufzuhängen. Den Anfang macht die Seite zum Donaukanal. Je nach Wetterlage sollen die Arbeiten vier bis sechs Wochen dauern. Ab Mitte Juni soll der Ringturm dann vollständig verhüllt sein. Das Kunstwerk wird den ganzen Sommer lang bis September zu sehen sein.

Bildliche Anklage gegen Terror und Krieg

"I saw this" ist eine eigens für die Ringturmverhüllung zusammengestellte zweiteilige Komposition von Gottfried Helnwein. Er sieht darin eine bildliche Anklage gegen Terror und Krieg. "Negativnachrichten von Terroranschlägen und Kriegen, mit denen wir ständig über die Medien konfrontiert sind, bewirken nur eines: Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins. Wenn Kunst sich mit dem Schrecklichen beschäftigt, hat das genau die entgegengesetzte Wirkung", betont Gottfried Helnwein.

Er habe noch nie einen Menschen gesehen, der bei der Betrachtung eines Bildes von Hieronymus Bosch oder Francisco de Goya depressiv wurde. "Durch die Kunst verliert der Tod seine Macht. Die Unentrinnbarkeit des Schreckens wird durch die Ästhetik transzendiert und relativiert."

Gewalt, Schmerz und Tod als wiederkehrendes Thema

In seinem Werk setzt sich Helnwein immer wieder mit den Themen Gewalt, Verletzung, Tod und Schmerz auseinander. So wurde er einem breiten Publikum durch seine hyperrealistischen Bilder von verwundeten und bandagierten Kindern bekannt. Häufig übernimmt Helnwein Stilmittel aus der Popkultur, verfremdet sie und fügt sie in einen gänzlich anderen Kontext ein. Seine Kunst brachte ihm auch Engagements mit Andy Warhol, den Rolling Stones, Rammstein oder Schockrocker Marilyn Manson ein.


(Quelle: Wiener Städtische Versicherungsverein/Gottfried Helnwein)

Überdimensionale Kunstinstallation Ringturm

Die Ringturmverhüllung ist eine von vielen kulturellen Initiativen, die der Wiener Städtische Versicherungsverein setzt. Insgesamt 30 bedruckte Netzbahnen mit rund drei Metern Breite und bis zu 63 Metern Länge machen das Werk von Gottfried Helnwein im Sommer 2018 zu einem 4.000 Quadratmeter großen spektakulären Kunstwerk und "Must see" am Wiener Donaukanal.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wien am 16.05.2018 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Besser der Künstler würde auf dem Turm ein blutiges Messer abbilden denn das passt viel mehr zu Wien!

  • Ganz Klar am 16.05.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Kunst bitte?

    Weniger Tabletten und Co. bitte danke.

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  • Was soll das sein? am 16.05.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Rassistisch?!

    Man stelle sich vor das Kind hätte eine andere Hautfarbe. Abgesehen davon sehen die weltweiten Terroristen ganz anders aus. Kaum Frauen, kaum Kinder, kaum weiß,...

Die neusten Leser-Kommentare

  • WolfgangHeute am 23.05.2018 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grauslich,

    was man sich da ansehen muss. Vom Schottentor aus haben unsere Gäste sozusagen Bilder aus der Heimat. Was hat er nur dafür kassiert? Befremdend ist nur, dass manche Menschen das auch noch schön finden.

  • Anti Links am 16.05.2018 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Knapp daneben ist auch vorbei

    Die marodierenden Invasoren Wiens werden sich in ihrem täglichen Schreckenswerk von solchen Bildern sicher nicht beeindrucken lassen.

  • Schweinepriester am 16.05.2018 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung in your face

    Das Geld wäre in der Obdachlosenhilfe besser angelegt gewesen. Aber dafür ist ja keine Geld da

  • Was soll das sein? am 16.05.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Rassistisch?!

    Man stelle sich vor das Kind hätte eine andere Hautfarbe. Abgesehen davon sehen die weltweiten Terroristen ganz anders aus. Kaum Frauen, kaum Kinder, kaum weiß,...

  • Ganz Klar am 16.05.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Kunst bitte?

    Weniger Tabletten und Co. bitte danke.

    • Dr. Deelfood am 16.05.2018 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Bar

      Müssen Sie Ihrem Arzt sagen, nicht uns!

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