Bürgermeister-Match

14. Januar 2018 11:58; Akt: 15.01.2018 14:13 Print

Schieder demonstriert, Ludwig schwingt Tanzbein

Je näher die Entscheidung rückt, desto stärker werden die Unterschiede in der Inszenierung der Kandidaten. Schieder demonstriert, "Staatsmann" Ludwig tanzt.

Fotos: Graf (Bild: Grafik Heute)

Fotos: Graf (Bild: Grafik Heute)

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Der Tag der Entscheidung, wer Michael Häupl als Chef der Wiener SPÖ und als Bürgermeister nachfolgen wird, rückt immer näher. Noch bleibt den beiden Kandidaten Andreas Schieder und Michael Ludwig knapp zwei Wochen Zeit, ihr Profil zu schärfen und die Genossen davon zu überzeugen, dass sie die bessere Wahl sind, als ihr Konkurrent.

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Ludwig oder Schieder: Wer wäre für Sie der bessere Bürgermeister?

Je näher der Termin rückt, desto mehr Bewegung kommt in die Sache. Manchmal auch wortwörtlich: Während der Kandidat des "linken Flügels" Andreas Schieder am 13. Jänner zusammen mit rund 20.000 Demonstranten gegen die türkis-blaue Regierung auf die Straße ging, tanzte Michael Ludwig, der oft als Vertreter des "rechten Flügels" bezeichnet wird, auf dem "Rote Herzen Ball" der SPÖ Simmering.

Kämpfer oder Staatsmann?
Auch auf ihren Facebook-Accounts lassen sich die unterschiedlichen Schwerpunkte ablesen: Andreas Schieder zeigt sich kämpferisch: In einer Videoansprache spricht er über die Zukunft des Roten Wien und dass der Kampf gegen Schwarz-Blau nur mit einer starken SPÖ möglich sei.

Michael Ludwig hingegen setzt mehr auf staatstragendes und thematisiert den Wirtschaftsfaktor Wiener Bälle und erneut seine voll Unterstützung in Sachen Nichtraucherschutz.

SPÖ Wien öffnet Sonderparteitag für Medien
Ende letzter Woche vermeldete die SPÖ Wien, dass der Sonderparteitag am 27. Jänner nun doch medienöffentlich sein soll. Zunächst hätte die finale Präsentation der beiden Kandidaten vor den 981 wahlberechtigten SPÖ-Delegierten sowie die Abstimmung im geschlossenen Kreis stattfinden soll. Andreas Schieder war der erste, der die Öffnung gefordert hatte, kurze Zeit später zog auch der Wohnbaustadtrat nach.

Neuen Chef erwartet viel Überzeugungsarbeit
Unabhängig davon, wer am 27. Jänner das Rennen macht, klar ist schon jetzt, dass auch der Sieger viel Überzeugungsarbeit wird leisten müssen. Denn die Teilung der SPÖ in zwei Lager mit ihrem jeweiligen Kandidaten wird nicht so leicht zu überwinden sein.

Im Interview mit "Wien Heute" hatte (Noch-)Bürgermeister Michael Häupl betont: "Derjenige der am 27. Jänner gewählt wird, ist der neue Chef. Und alle anderen versammeln sich hinter ihm. Eine Grundvoraussetzung, dass es im Jahr 2020 tatsächlich bei den Wahlen gut geht".

Wie tragfähig die Einigkeit der SPÖ Wien ist, wird sich spätestens bei der Wahl des neuen Bürgermeisters im Wiener Gemeinderat zeigen. Denn die Gretchenfrage wird sein, ob wirklich alle 44 rote Gemeinderäte geschlossen für den neuen Parteichef stimmen werden.

Der geschäftsführende Klubchef Andreas Schieder (Bild re.) mit Wiens Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) bei der Anti-Regierungsdemo am 13. Jänner (Bild: Facebook Account Andreas Schieder):

Der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig auf dem "Rote Herzen Ball" der SPÖ Simmering am 12. Jänner (Bild: Facebook Account Michael Ludwig):

(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick am 14.01.2018 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intrigant

    Der Herr Wehsely ist wie seine talentierte Lebensgefährtin maximal ein Kämpfer in eigener Sache.

  • ray becker am 14.01.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    bock als gärtner

    ein bürgermeisteranwärter der demonstriert, und seine frau im hochbezahlten auffanglager von siemens. na das brauch ich!

    einklappen einklappen
  • erica27 am 14.01.2018 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine Meinung

    Man kann keinen Schieder - Wehsely als Bürgermeister der noch dazu gegen die legitim gewählte neue Regierung demonstriert hat akzeptieren. Das sollte auch den Silberroten klar sein!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mustafa Cetin am 15.01.2018 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Dummheit

    Was Schieder und all seine Fans nicht sehen vermutl. aufgrund fehlender politischer Weitsicht, das man als Bürgermeister von Wien auf den Bund angewiesen ist speziell in Sachen öffentlicher Verkehr und Finanzen wie zB Straßenbau, U5, Eisenbahn usw... Und wer sitzt da am Hebel ?? Die Blauen. Anstatt den Ball flach zu halten und sich auf die Bezirksarbeit zu konzentrieren damit nicht auch Wien der SPÖ flöten geht. Dummheit eben pur.

  • derwiener am 14.01.2018 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pest oder cholera!

    entweder den laufburschen vom häupl oder den lebensgefährten von der wehsely, der ja bekanntlich der steuerzahler ein milliardendesaster zu verdanken hat! aber die spö will sich ja neu aufstellen! wers glaubt.......

  • Bolasch am 14.01.2018 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wertung

    gibt es wo ein Video? ich würde gerne sehen wie herr Ludwig das Tanzbein schwingen tut!

  • Patrizia am 14.01.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frei nach Kreisky gesagt

    Mir ist einer, der sein Tanzbein schwingt mit seinen Wählern tausendmal lieber als ein hasserfüllter Demonstrant!

  • Bärli am 14.01.2018 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Hr. Schieder/Wehsely-Mann, Fr. Brauner und Bildungsstadtrat Czernohorszky demonstrieren gegen eine demokratisch gewählte Regierung. Was soll das bitte? Bildungsnachholbedarf???? Das sind die roten nicht gewöhnt, daß Wahlen auch anders als nach ihrem Willen ausgehen können. Aber mit Demonstrationen kriegen sie die Jobs nicht zurück. Genausowenig wie mit Pizza- und Mineralwasserlieferungen. Da fühlen sich die arbeitenden Leute nur vera... von den großkopferten Nie-genug-Verdienern.