Nach TV-Doku

10. Januar 2019 16:20; Akt: 10.01.2019 19:14 Print

R. Kelly ist "viel schlimmer als Harvey Weinstein"

Cara Delevingne wettert auf Instagram gegen den angeblichen Kinderschänder. Viele andere Promis schlagen in dieselbe Kerbe.

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2003 hatte Moderator Chris Rock noch bei den MTV Video Music Awards gescherzt, man dürfe R. Kelly nicht neben die (damals 17-jährigen) Olsen-Zwillinge setzen. Zu derartigen Späßen ist die US-Schickeria seit der Ausstrahlung von "Surviving R. Kelly" (grob übersetzt: "Wir haben R. Kelly überlebt") nicht mehr aufgelegt. Neben Sex mit Minderjährigen wird dem Sänger in der sechsteiligen Doku-Reihe vorgeworfen, als eine Art Sektenguru junge Frauen von sich abhängig gemacht zu haben.

Neu sind die Anschuldigungen nicht. 1996 wurde R. Kelly wegen seelischer Grausamkeit, 2001 wegen sexueller Nötigung verklagt. In beiden Fällen kam es zu einer außergerichtlichen Einigung. 2002 folgte eine Anklage für die Produktion von Kinderpornos, im folgenden Prozess wurde R. Kelly aber freigesprochen. 2017 beschuldigte ihn der Musikjournalist Jim DeRogatis, sich einen Harem von Sexsklavinnen zu halten.

Die große Empörung blieb aus - bis der Kabelsender Lifetime die Kelly-Doku zeigte (3. bis 5. Jänner). Nun distanzieren sich Promis in den Sozialen Medien reihenweise von dem Sänger. Besonders heftig reagierte Cara Delevingne:

Sie sei "schockiert und aufgebracht" schreibt das Model auf Instagram. "Dieser Mann ist ein Raubtier, das sich von Macht ernährt, und ist meiner Meinung nach viel schlimmer als Harvey Weinstein und muss zur Verantwortung gezogen werden." Sie habe wie viele andere nicht den "Ernst der Situation" erkannt und bereut jetzt, weiterhin Kellys Musik gehört zu haben.

"Hört auf den Künstler von seiner Kunst zu trennen, nur weil er wie ein Engel singt, heißt das nicht, dass er tatsächlich einer ist", so Delevingne. Abschließender Satz: "Ich hoffe wirklich, dass sich mehr Musiker gegen dieses Monster wehren werden."

Gaga bereut Duett

Lady Gaga hat das bereits getan. Via Twitter entschuldigte sie sich für ihre Kooperation mit R. Kelly. Ihr gemeinsamer, 2013 veröffentlichter Song trägt ausgerechnet den Titel "Do What U Want (With My Body)". Gaga will ihn nun von allen Streaming-Plattformen entfernen.

Neue Anklage?

In einer Pressekonferenz appellierte Staatsanwältin Kim Foxx (Bezirk Cook im US-Bundesstaat Illinois) am 8. Jänner - an dem Kelly seinen 52. Geburtstag feierte - an Opfer und Zeugen, sich zu melden. Steve Greenberg, der Anwalt des Sängers, kritisierte Foxx dafür schwer. Statt auf Beweise stütze sie sich auf eine Fernsehsendung.

"Zehneinhalb Jahre nachdem er unschuldig gesprochen wurde, und nur um Zeit im Reality-TV zu füllen, kommt irgendjemand mit einer neuen Runde an Geschichten. Niemand hat irgendwelche Sexsklavinnen oder minderjährige Mädchen gefunden, weil keine da sind", so Greenberg (via "orf.at").

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(lfd)

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