Debatte im Nationalrat

12. Oktober 2017 16:25; Akt: 12.10.2017 16:48 Print

Strache lacht über Kern: "Witz des Tages!"

Der Bundeskanzler mahnte vor dem Nationalrat "konstruktive Politik" ein - FPÖ-Chef machte sich darüber lustig, verwies auf den Fall Silberstein.

Strache fand Kerns Rede lächerlich. (Bild: picturedesk.com)

Strache fand Kerns Rede lächerlich. (Bild: picturedesk.com)

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Knapp acht Minuten lang sprach Christian Kern über Zusammenhalt in der Politik. Man stehe nach der Wahl vor großen Aufgaben, die sich nur gemeinsam lösen lassen würden.

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Auch das vielerwähnte "Dirty Campaigning" bekam erneute Aufmerksamkeit. So meinte der SPÖ-Chef: "Wer weiter Misstrauen schürt, hat seine Lektion nicht gelernt." Es brauche eine inhaltliche Substanz. Das Land solle geeint und nicht gespalten werden.

Strache weint Faymann nach

Den anderen Parteien gefiel die Rede des (Noch-)Bundeskanzlers gar nicht. Allen voran Heinz-Christian Strache machte sich über den Auftritt von Kern lustig. "Das war fast Kabarett, das war skurril, das war eigentlich der Witz des Tages", war seine Meinung über den Vortrag des SPÖ-Spitzenkandidaten.

Kern sei nämlich derjenige, der Fake-Facebook-Seiten auf Kosten des Steuerzahlers anfertigen ließ. Der FPÖ-Parteiobmann wurde kurz sogar sentimental: "Heute muss man fast schon dem Werner Faymann ein paar Tränen nachweinen."

Kern für "Dirty Campaigning" verantwortlich

Auch die Volkspartei schoss anschließend gegen den Bundeskanzler: Eine Wahlveranstaltung wäre am Viktor-Adler-Markt angebracht, nicht aber im Nationalrat.

Außerdem solle der Bundeskanzler erst "vor seiner eigenen Tür kehren". Denn schließlich sei Kern allein für das "Dirty Campaigning" verantwortlich gewesen. Er habe den "schmutzigsten Wahlkampfmanager weltweit" beauftragt.

Strolz froh über Ende des Wahlkampfes

Sogar die Grünen zeigten wenig Verständnis für die Rede: Grünen-Klubchef Albert Steinhauser meinte, dass der Bundeskanzler sein Recht, jederzeit eine Erklärung im Nationalrat abzugeben, für den Wahlkampf missbraucht habe

NEOS-Spitzenkandidat Matthias Strolz trat unterdessen ruhiger auf. Er sei einfach froh, dass der Wahlkampf endlich vorbei sei, da Österreich schön langsam genug hätte.

Kanzlerloser Nationalrat

Nachdem sich die Mandatare über Kerns Vortrag ärgerten, sorgte der Bundeskanzler kurz darauf erneut für Aufregung: Er war plötzlich gar nicht mehr da.

Die SPÖ meinte, dass Kern durch Muna Duzdar ordentlich vertreten sei - die vier anderen Fraktionen akzeptierten das jedoch nicht: Die Mandatare sprangen auf, um den Kanzler zur Debatte zurück zu holen. Vorerst vergeblich, denn der Kanzler durfte fernbleiben, da die Debatte zur Kern-Erklärung für die Aussprache zur „Dringlichen Anfrage“ unterbrochen wurde.

Gesetze sollen durchgebracht werden

Am Donnerstag tagt der Nationalrat zum letzten Mal. Es wird erwartet, dass die Sitzung bis nach Mitternach andauern wird.

Auf der Tagesordnung stehen Umweltdebatten, das Volksbegehren zu CETA, der Ausbau der Kinderbetreuung und die Angleichung der Arbeiter und Angestellten. SPÖ, FPÖ und Grüne wollen zum Abschluss noch Gesetze durchboxen - auch wenn sich die ÖVP momentan dagegen stellt.

(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Neue am 12.10.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    In welcher Märchenwelt lebt die Prinzessin? Dieser Hobbykanzler ist eine Schande,macht uns ÖsterreicherInnen weltweit zum Gespött. Freue mich auf den Sonntag dann kann die Prinzessin abdanken.

  • Susanne am 12.10.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nur bei der SPÖ nicht

    sonst überall ist der Chef für seine Mitarbeiter verantwortlich.

    einklappen einklappen
  • Egon am 12.10.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Prinzessin auf der Erbse

    Eigentlich hatte ich mir die Prinzessin auf der Erbse anders vorgestellt. Jung, hübsch, keinesfalls Bart. Aber so ändern sich die Umstände. Farkas hätte mit Einlagen dieser "Prinzessin" jahrelang den Simpl füllen können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pendler am 13.10.2017 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Themen

    Keine einzige Partei redet über Verkehr und Infrastruktur. Seit 20 Jahren hat sich bei den Öffis nichts geändert. Es Interessiert keinen wie die Menschen zu Ihren Arbeitsplatz kommen. Also für mich gilt leerer Stimmzettel

  • Auchnemeinung am 13.10.2017 05:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich ist dieser

    Pizzazusteller, Wasserlieferant, "bescheidene" Ex-ÖBB Manager, Erbsündebezieher (Flüchtlingsdrama), am Sonntag als BK Geschichte und abgewählt. Vom österreichischen Volk gewählt wurde diese "Silbersteinaffaire im Slimfit" sowieso nie. Freundschaft!

  • Der Neue am 13.10.2017 01:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der tiefste Fall der Prinzessin

    Ich werde mir am Sonntag nach den Wahlen eine Pizza und Hollersaft liefern lassen, vielleicht liefert da schon die Prinzessin verkleidet als Pizzabote. Werde auch ein paar Taschentücher bereithalten man weiß ja nie ob er sich ausheulen will.

  • Danijel N. am 12.10.2017 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pizzeria Endstatione

    Und am Sonntag wird der Pizzerbote Kanzler schlechthin auch nicht mehr zu finden sein und das ist auch gut so denn er hat damit nichts zu tun sollte die Anti Arbeitet Partei in die Bedeutungslosigkeit versinken

  • Katrin am 12.10.2017 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wird immer schlimmer

    Das ist nur noch peinlich: Kern war aufeinmal nicht mehr da. Das ist zum Fremdschämen ...