Rapid mit Hoppala

08. November 2018 18:06; Akt: 08.11.2018 18:13 Print

Doppelter Potzmann spielt Stürmer und Verteidiger

Bei der Aufstellung zum Europa-League-Kracher gegen Villarreal ist Rapid ein kleines Hoppala passiert. Marvin Potzmann scheint gleich doppelt auf

Bildstrecke im Grossformat »
Wie tut sich Rapid in der Zwölferliga, welche Kicker sorgen für Furore, was treiben die Fans? "Heute" fasst die bisherige Saison in Bildern zusammen. Klicken Sie sich durch die Fotos! Neues Jahr, neues Glück? Rapid beendete das Vorjahr auf Rang drei, erreichte somit das erklärte Minimalziel. Allerdings stand danach ein Kaderumbruch ins Haus. Louis Schaub heuerte beim 1. FC Köln an. Joelinton kehrte nach Hoffenheim zurück, Mario Pavelic ging nach Rijeka. Beim Trainingsstart am 20. Juni konnten die Hütteldorfer aber auch schon zwei neue Namen präsentieren. Stürmer Andrija Pavlovic wurde von Kopenhagen losgeeist. Mit Manuel Martic kam zudem ein "Sechser" aus St. Pölten. In Oberösterreich schwitzten die Rapidler (im Bild Pavlovic) für die neue Saison. Auch Sportdirektor Fredy Bickel, der alle Hände voll zu tun hatte. Christoph Knasmüllner, der bei Barnsley nicht glücklich wurde, unterschrieb bei den Hütteldorfern. Der 26-Jährige soll als Regisseur eine zentrale Rolle einnehmen. Wenig später verließ Abwehrchef Lucas Galvao die Hütteldorfer. Der Brasilianer versucht sich in der zweiten deutschen Liga beim FC Ingolstadt. Mit der Ablöse (rund drei Millionen Euro) finanzierte Rapid gleich zwei Neue. Stürmer Deni Alar kam von Sturm Graz retour. Mateo Barac von Osijek wurde als Galvao-Nachfolger verpflichtet. Ein Testmatch gegen KS Samara gewannen die Hütteldorfer mit 1:0. Kelvin Arase erzielte das Goldtor. Gegen Slavia Prag setzte es jedoch eine 0:2-Pleite. Schlechte Nachrichten überbrachte Philipp Schobesberger. Der Flügelflitzer musste sich einer Hüft-Operation unterziehen. Eine lange Pause über mehrere Monate ist gewiss. Rapid reagierte auf den Ausfall und lieh den Rumänen Andrei Ivan vom russischen Klub Krasnodar aus. Dann der nächste Schock: Andrija Pavlovic (r.) zog sich in der Vorbereitung einen Muskelriss zu. Eine Operation blieb dem Serben erspart. Allerdings war auch ihm eine lange Zwangspause sicher. Dem nicht genug, suchte auch Giorgi Kvilitaia das Weite. Der verletzte Georgier entschied sich für einen Wechsel zu Gent. Zumindest finanziell für Rapid ein Gewinn. Am 14. Juli dann das erste Highlight. Rapid eröffnete mit einem Testkracher gegen den HSV die Heim-Saison. Das Spiel gegen den deutschen Absteiger ging knapp mit 1:2 verloren. Die nächste schlechte Nachricht ließ nicht lange auf sich warten. Christopher Dibon, der fast ein Jahr pausieren musste, erlitt einen Rückschlag und musste erneut kürzer treten. Das erste Pflichtspiel absolvierte Rapid mit Bravour. In der ersten Runde des ÖFB-Pokals feierten die Hütteldorfer gegen Kufstein einen klaren 5:0-Erfolg. Neuzugang Andrei Ivan bejubelt seinen Doppelpack mit einem Salto. Auch Deni Alar netzte zwei Mal. Es folgte die Präsentation des neuen Auswärts-Trikots. Unter anderem vor dem Lindwurm in Klagenfurt. Das Shirt ist in den Gründungsfarben Rot und Blau gehalten. Emotional wurde es am 22. Juli. Steffen Hofmann, der 540 Pflichtspiele für Rapid absolvierte, trat mit einem Abschiedsspiel endgültig ab. Hofmann und alte Weggefährten wie Jimmy Hoffer und Branko Boskovic besiegten eine B-Elf der aktuellen Mannschaft mit 4:2. Der "Fußballgott" erzielte für die Sieger alle vier Treffer. Rapid schlug noch einmal am Transfermarkt zu und holte den 20-jährigen Barcelona-Stürmer Jeremy Guillemenot. Das Talent aus der Schweiz war zuletzt an CE Sabadell (dritte spanische Liga) verliehen. Die Zwölferliga eröffnete Rapid mit einem glatten 3:0-Erfolg gegen die Admira. Den Schlusspunkt setzte Bolingoli. Es folgte daheim ein 1:1 gegen Altach. Coach Djuricin war nach der Partie sauer, dass wie im Vorjahr unnötig Punkte "verschenkt" werden. Es folgte die nächste Verletztenmeldung. Maxi Hofmann erlitt einen Muskelfaserriss in der rechten Wade - einige Wochen Zwangspause. Das Europacup-Comeback lief bei Slovan Bratislava nicht nach Wunsch. Nach einer 1:0-Führung hieß es am Ende 1:2, Deni Alar vergab einen Elfmeter in der Schlussphase. Nach dem mageren Europacup-Auftritt kam Rapid auch in der Liga nicht in Schwung. Gegen den WAC gab es nur ein 0:0, nur einen Torschuss von Veton Berisha bekamen die Fans zu sehen. Der Befreiungsschlag gegen Slovan Bratislava. Im Allianz Stadion gab es ein 4:0 und damit den Aufstieg ins Europa-League-Playoff. Man of the Match: Christoph Knasmüllner mit seinem Triplepack. Der nächste Rückschlag folgte in Pasching. Die Grün-Weißen steckten eine 1:2-Niederlage gegen den LASK ein und rutschten in der Tabelle sogar auf Rang 7 zurück. "Ich kann nicht immer einen Sieg fordern", verblüffte Coach Djuricin die Fans mit seiner Analyse. Im Europa-League-Playoff ein Erfolgserlebnis: Im Hinspiel gegen Steaua Bukarest gab es zu Hause ein 3:1. Dann in der Liga der nächste Sieg: 2:1 gegen Wacker Innsbruck. Im Rückspiel gegen Steaua Bukarest gab es auswärts ein 1:2. Trotzdem reichte es für den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase. Im Bundesliga-Gastspiel bei Sturm reichte es nur zu einem 1:1. Generell blieben in der Liga die Ergebnisse aus. Im Derby setzte es eine 0:!-Pleite gegen die Austria - Rückfall auf Tabellenrang sieben. Doppelt bitter: Einige Fans hatten sich (mal wieder) nicht im Griff, stürmten nach dem Schlusspfiff auf den Rasen. Für Trainer Goran Djuricin wurde es langsam eng, auch wenn es von der Klubspitze Rückendeckung gab. Ex-Meistermacher Peter Pacult brachte sich via "Sky" als möglicher Nachfolger ins Spiel. In der Europa League zeigte Rapid ein anderes Gesicht, gewann zum Auftakt gegen Spartak Moskau mit 2:0. In der Liga folgte jedoch der nächste Rückschritt. Das Spitzenspiel gegen Salzburg ging mit 1:2 verloren. Pikant: Djuricin trat mit einer "B-Elf" an, schonte einige Stammspieler für den Cup-Fight gegen Mattersburg. Eine Taktik, die nur bedingt aufging. Rapid lieferte ein schwaches Spiel ab, setzte sich erst im Elfer-Schießen gegen Mattersburg durch. Das nächste "Schicksalsspiel" verlor Rapid. Gegen St. Pölten musste man sich daheim mit 0:2 geschlagen geben. Nach neun Liga-Runden hielt Rapid bei neun Punkten - Rang sieben. Logische Konsequenz: Goran Djuricin (l.) wurde als Trainer entlassen. Ein Nachfolger war schnell gefunden. Didi Kühbauer kehrte zu seinem "Herzensklub" zurück. Das Debüt auf der Trainerbank feierte Kühbauer in der Europa League auswärts gegen die Glasgow Rangers. Vor 50.000 Fans setzte es eine 1:3-Pleite. In der Liga mühte man sich zu einem 1:0-Erfolg über Mattersburg. Wichtig für die Stimmung im Umfeld des Vereins. Goldtorschütze: Christoph Knasmüllner (l.) mit seinem ersten Meisterschafts-Treffer. Danach ging es in die Länderspielpause. Dann kam es knüppeldick. In der Liga kassierte Rapid eine völlig verdiente 0:3-Pleite gegen Aufsteiger Hartberg. Wenige Tage später ließ man sich in der Europa League von Villarreal abschießen - 0:5. Die Stimmung war erneut im Keller. Präsident Krammer und Sportdirektor Bickel nahmen die Spieler in die Pflicht und stellten ihnen die Rute ins Fenster. Gegen die Admira zeigte die Standpauke Wirkung. Rapid gewann gegen den Tabellen-Letzten locker mit 2:0. Und auch im Cup durfte man ein Erfolgserlebnis feiern.Rapid schlug im Achtelfinale den WAC auswärts mit 3:0. Pavlovic traf im Doppelpack - seine ersten Pflichtspieltore. Doch der nächste Rückschlag folgte bereits in der nächsten Bundesliga-Runde. Im "Ländle" bei Altach kamen die Hütteldorfer nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Ein alles andere als zufrieden stellendes Ergebnis... ...ganz im Gegensatz zum 0:0-Remis in der Europa League gegen Villarreal. Einen Punkt gegen ein spanisches Team holt man schließlich nicht alle Tage. In der 14. Runde der Bundesliga setzte es aber erneut einen herben Dämpfer. Beim WAC stand der Rekordmeister mit 1:3 am verlorenen Posten. Ratlosigkeit machte sich in Hütteldorf (einmal mehr) breit. Gegen den LASK sollten vor Heimpublikum wieder drei Punkte her - doch auch daraus wurde nichts! Mit James Holland schoss ausgerechnet ein Ex-Austrianer die Linzer in Hütteldorf zum 1:0-Auswärtssieg. Die bittere Rapid-Realität nach 15 Runden: Nur Tabellenplatz acht, fünf Punkte Rückstand auf Rang sechs, der noch die Quali für das Meister-Play-off bedeuten würde. Die jährliche Rapid-Hauptversammlung stand somit unter keinem guten Stern. Die ohnehin schlechte Stimmung erreichte ihren Tiefpunkt, als Präsident Michael Krammer erklärte, 2019 nicht zur Wiederwahl anzutreten - aus persönlichen Gründen. Im Detail: Er hat es seiner vor eineinhalb Jahren an Krebs erkrankten Frau so versprochen. Erfreulich: Auf der Mitgliederversammlung wurden endlich die Pläne für das neue Trainingszentrum präsentiert. Es entsteht in unmittelbarer Nähe zum Happel-Stadion und soll 2021 eröffnet werden. Das nächste Pflichtspiel führte Rapid nach Moskau. Im fünften von sechs Europa-League-Gruppenspielen waren die Hütteldorfer zum Punkten verdammt. Sie gewannen nach 0:1-Rückstand mit 2:1. Das Siegestor erzielte Philipp Schobesberger in der Nachspielzeit. War das die Wende? Es folgte in der Bundesliga ein 1:0-Auswärtssieg gegen Wacker Innsbruck. Das Goldtor gelang dem oft kritisierten Norweger Veton Berisha, der in der 92. Minute traf. Rapid war damit zwar nach wie vor Achter, aber "nur" noch drei Zähler hinter Rang sechs. Im Advent veröffentlichte Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar das Buch "Glaube. Liebe. Rapid." Er sammelte darin die Gedanken etlicher Spieler und Funktionäre zum Thema Religion. Gebetet wurde für einen Sieg gegen Sturm Graz. Doch er gelang nicht. Der Schlager endete mit einer kampfbetonten Nullnummer. Eines der Probleme: Der Rasen im Allianz Stadion. "Wenn man den Platz einfach nicht im Griff hat, dann verstehe ich das nicht. Dann muss man halt auch einmal ein bisschen ins Budget reinfahren und eine gescheite Wiesen herstellen. Weil da kann ich auch in der Landesliga spielen, da habe ich den gleichen Platz. Das sind keine professionellen Bedingungen", ärgerte sich Torhüter Richard Strebinger. Am 10. Dezember wurde die Zukunft von Sportdirektor Fredy Bickel geklärt. Der Schweizer bekam ein Angebot für eine Vertragsverlängerung unterbreitet.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor dem Europa-League-Spiel gegen Villarreal ist Rapid ein kleines Hoppala passiert. In der Aufstellung, die über Twitter ausgeschickt wurde, spielt Marvin Potzmann gleich doppelt.

Der 24-jährige Defensiv-Allrounder ist gegen die Spanier auf der linken Abwehrseite aufgestellt, wenn es nach der Social-Media-Abteilung der Grün-Weißen geht, muss er auch gleichzeitig Stürmer spielen.

Im Angriffszentrum war natürlich der Serbe Andrija Pavlovic gemeint. Rapid will sich für die 0:5-Pleite im Hinspiel revanchieren. Das Spiel gibt's bei uns im Live-Ticker!




Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Heute Sport)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.