25. März 2020 18:58; Akt: 25.03.2020 18:58 Print

Geldstrafe für Rapid-Ultra nach Gedenkmarsch

Ein Rapid-Anhänger muss 1.020 Euro zahlen, weil er bei einem Gedenkmarsch einen Polizei-Einsatz ausgelöst haben soll. Der Beschuldigte sieht das naturgemäß anders.

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Wie geht es Rapid in der aktuellen Bundesliga-Saison? hat die Übersicht in der Bildstrecke. Wie geht es Rapid in der aktuellen Bundesliga-Saison? hat die Übersicht in der Bildstrecke. Nach der durchwachsenen Saison 2018/19, in der mit Platz sieben sogar der Europacup verpasst wurde, gibt es einige Änderungen. So wird Präsident Michael Krammer abtreten, sein Nachfolger wird im November gewählt. Zoran Barisic feiert als Sportchef sein Comeback bei Rapid. Kann Coach Didi Kühbauer eine schlagkräftige Truppe formen? Als Verstärkung für das rechte Mittelfeld wurde Thorsten Schick von den Young Boys Bern geholt. Taxiarchis Fountas kommt von Liga-Rivale St. Pölten und soll für Gefahr in der Offensive sorgen. Bis 26. Juli läuft die Saison-Vorbereitung. Dann steht im ersten Liga-Pflichtspiel mit Meister Salzburg gleich ein harter Brocken auf dem Programm. Die Überraschung am heimischen Transfermarkt! Zoran Barisic schaffte es, Max Ullmann vom LASK zu verpflichten. Eine niedrige Ausstiegsklausel im Vertrag machte es möglich. Der 23-Jährige wird Boli Bolingoli ersetzen, der zu Celtic Glasgow wechselte. Selbstvertrauen holte sich Rapid in der ersten ÖFB-Cup-Runde. Drittligist Allerheiligen wurde mit 9:1 deklassiert. Acht verschiedene Spieler trafen im neu einstudierten 3-5-2-System. Den Bundesliga-Start haben sich die Grün-Weißen anders vorgestellt. Gegen Serienmeister Salzburg setzte es eine 0:2-Heimniederlage. Gegen die Bullen gab es nicht nur eine Heimpleite, Rapid verlor auch Stammgoalie Richard Strebinger. Beim 0:1 krachte der grün-weiße 1er mit Takumi Minamino zusammen und ging böse k.o. - Gehirnerschütterung, Zwangspause! Rapid hat noch einmal am Transfermarkt zugeschlagen! Mit Koya Kitagawa spielt erstmals ein Japaner für die Hütteldorfer. Konnichi Wa! In der zweiten Runde gastierte Rapid in St. Pölten, musste sich aber mit einem 2:2 zufrieden geben. Fountas und Müldür brachten die Wiener zwei Mal in Führung, Schnitzer in der Defensive kosteten aber den möglichen "Dreier". Es folgte ein "dreckiger" 2:1-Heimsieg gegen Altach. Taxi Fountas erzielte beide Treffer der Hütteldorfer, die über weite Strecken erschreckend schwach auftraten. Auch gegen Sturm Graz hatte Rapid große Mühe, ein gepflegtes Spiel aufzuziehen. Doch erneut reichte eine überschaubar starke Leistung für einen "Dreier". Kapitän Schwab erzielte das Goldtor - Rang vier nach vier Runden. Wermutstropfen: Srdjan Grahovac zog sich einen Muskeleinriss an der Wade zu - mehrere Wochen Pause. Auch Christopher Dibon verletzte sich, kam aber mit einem Cut glimpflich davon. Einen Abgang gab es in der Defensive zu verzeichnen: Marvin Potzmann, der erst im Vorjahr von Sturm kam, heuerte beim LASK an. Unter Coach Didi Kühbauer kam der 25-Jährige kaum zum Zug. Gegen den LASK kassierte Rapid eine schmerzhafte 1:2-Pleite. Schmerzhaft aus zweierlei Gründen. Der Siegestreffer der Linzer fiel in der 95. Minute. Außerdem hatten die Hütteldorfer drei Verletzte zu beklagen. Thorsten Schick verletzte sich am Knie und musste operiert werden. Max Hofmann zog sich einen Nasenbeinbruch zu. Und auch Richard Strebinger musste vorzeitig vom Platz. Der Keeper klagte über Herz-Kreislaufprobleme. Alle drei wurden im Spital behandelt. In einem hitzigen Derby, das von vielen Fehlern beider Mannschaften bestimmt war, setzte sich Rapid am Ende doch souverän mit 3:1 gegen die Austria durch. Souveräner Auftritt in der 7. Runde! Rapid schießt die Admira mit 5:0 aus dem Allianz Stadion. Gleich der nächste Sieg für Grün-Weiß! Gegen Aufsteiger WSG Tirol holten die Grün-Weißen einen 2:0-Auswärtssieg. An diese Schlacht wird man sich in Hütteldorf noch lange erinnern. Mit neun Mann rettete man gegen Salzburg im Cup ein 1:1 in die Verlängerung, erst in der 121. Minute kam das K.o. Gegen Hartberg tut sich Rapid einfach schwer. Die Grün-Weißen erkämpften erst in der 96. Minute einen Punkt gegen die Obersteirer. Der Auswärts-Lauf der Hütteldorfer hält auch gegen Mattersburg. Rapid erkämpft trotz zweimaligem Rückstand einen 3:2-Sieg. Weiter schwer taten sich die Hütteldorfer im eigenen Stadion. Gegen den WAC reichte es vor 21.200 Fans nur für ein 1:1. Es folgte auswärts der Schlager gegen Red Bull Salzburg - und eine bittere 2:3-Niederlage. Knasmüllner und Barac glichen einen 0:2-Rückstand aus. In der 94. Minute zirkelte Junuzovic einen Freistoß ins Kreuzeck - 2:3. Dann wurde es peinlich. Rapid blamierte sich daheim gegen St. Pölten, verlor nach desaströser Leistung mit 0:1. In der 14. Runde gastierte Rapid in Altach. Zumindest das Ergebnis war deutlich - 3:0! Kelvin Arase war mit einem Assist und einem Tor der Matchwinner. Nach der Länderspielpause bekamen es die Hütteldorfer im Allianz Stadion mit Sturm Graz zu tun. Erneut reichte es nicht zu einem "Dreier" vor den eigenen Fans. Dibon brachte die Hausherren zwar in Führung, doch Huspek glich zum 1:1 aus. Vor dem Match wurde Michael Krammer verabschiedet. Es war sein letztes Match als amtierender Rapid-Präsident. Sein Nachfolger stand wenige Stunden später fest: Martin Bruckner wurde am 25. November knapp aber doch zum neuen Rapid-Präsidenten gewählt. Erstmals fand eine "Kampfabstimmung" statt. "Gegenkandidat" Roland Schmid (l.) hatte um lediglich 133 Stimmen weniger. Emotionaler Höhepunkt der Hauptversammlung: "Rapid-Stimme" Andy Marek gab bekannt, aus gesundheitlichen Gründen im Februar 2020 zurückzutreten. Im ersten Spiel unter Bruckner feierte Rapid einen überraschend glatten 4:0-Kantersieg auswärts gegen den LASK. Für Aufregung sorgten die Linzer Fans, die Goalie Strebinger mit Forellen (!) bewarfen. Dieses Bild ist freilich eine "Heute"-Montage. Im großen Wiener Derby gegen die Austria kam Rapid zu einem 2:2. Schwab und Ljubicic trafen für die Hütteldorfer. Nicht im Kader stand Taxi Fountas. Der Grieche wurde just am Matchtag zum ersten Mal Vater. Rapid verabschiedete sich mit einem klaren 3:0-Auswärtssieg gegen die Admira in die Winterpause. Jungpapa Taxi Fountas traf im Doppelpack, auch Thomas Murg trug sich in die Schützenliste ein. Rapid beendete das Jahr 2019 auf dem dritten Tabellenrang. Vor dem Urlaub standen noch einige Weihnachtsfeiern auf dem grün-weißen Programm. Im Bild: Trainer Kühbauer, Sportdirektor Barisic und Präsident Bruckner im Stadion beim Singen. In der Winterpause adaptierten die Hütteldorfer ihren Kader. Stürmer-Flop Aliou Badji wurde nach Ägypten verkauft. Dauer-Reservist Manuel Martic kam in Kroatien unter. Dejan Ljubicic stand vor einem Wechsel in die MLS zu Chicago, doch der Deal scheiterte im letzten Moment - nämlich nach dem Medizincheck. Mit dem Slowenen Dejan Petrovic holten die Hütteldorfer einen weiteren "Sechser". Aus Horn holten die Wiener den 24-jährigen Stürmer Ercan Kara. Am 23. Jänner 2020 verstarb Ur-Rapidler Alfred Körner im Alter von 93 Jahren. Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar leitete die Begräbnis-Zeremonie. Auch die Mannschaft nahm Abschied. Am 16. Februar folgte schließlich der Frühjahrs-Auftakt. Rapid gewann daheim gegen Schlusslicht Wattens mit 2:0. Ullmann und Fountas (l.) trafen. Einen erfolgreichen Abschluss brachten die Vertragsverhandlungen zwischen Sportdirektor Zoran Barisic und Christopher Dibon. Der Verteidiger verlängerte sein gültiges Arbeitspapier bis Sommer 2022. Im Mittelpunkt stand aber Andy Marek. Der Stadionsprecher beendete nach 27 Jahren und 599 Heimspielen seine grün-weiße Karriere. Die Fans huldigten ihm mit einer beeindruckenden Choreografie. Das Rapid-Mikrofon übernimmt nun Lukas Marek, der Sohnemann. Ein turbulentes 2:2 gab es auswärts gegen Hartberg. Neuzugang Ercan Kara (Mitte), der sein grün-weißes Debüt gab, rettete den Punkt in der 93. Minute. Gegen Mattersburg feierte Rapid einen 3:1-Heimsieg. Stefan Schwab traf doppelt per Kopf - und kündigte an, im Sommer erstmals Vater zu werden. Zum Abschluss des Grunddurchgangs erkämpften die Hütteldorfer auswärts gegen den WAC ein 2:2. Maxi Hofmann traf in Minute 93 zum Ausgleich. Nach 22 Runden lag Rapid auf Rang drei, 14 Zähler hinter Spitzenreiter LASK. Aber: Nun wurden die Punkte geteilt. Vor dem Start des Meister-Play-offs fehlten den Hütteldorfern nur sieben "Körner" auf Rang eins, vier auf Salzburg.

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Selbst in Zeiten der Corona-Pandemie sorgt der harte Kern der Rapid-Anhänger für Schlagzeilen – wenn auch unfreiwillig. Am Mittwoch wurde bekannt, dass ein Vorsänger des Block West zu einer Geldstrafe in der Höhe von 1.020 Euro verdonnert wurde. Die Rechtshilfe Rapid, eine Solidargemeinschaft für Fans, machte den Fall publik.

Grund für die gesalzene Pönale ist folgender: Am 1. März, vor dem Heimspiel gegen Mattersburg, fand ein Trauermarsch zum Grab von Fredi Körner statt. 15 Polizei-Beamte "bewachten" den Tross.

Der Einsatz wird nun dem Rapid-Vorsänger in Rechnung gestellt. Er habe sich "grob fahrlässig einer Gefahr für Leben oder Gesundheit" ausgesetzt.

Zwei Stunden habe der Einsatz gedauert. Weil pro Polizist und Stunde 34 Euro fällig sind, ergibt sich eine Summe von 1.020 Euro.

Zahlen will der Vorsänger nicht. Wie die Rechtshilfe auf ihrer Homepage mitteilt, wird "die ausgestellte Rechnung natürlich entschieden zurückgewiesen." Denn: "Der Vorsänger hat sich weder selbst einer Gefahr für Leben oder Gesundheit ausgesetzt, noch tat das irgendein anderer Rapid-Fan. Der Gedenkmarsch war mit Abstand der gesittetste Corteo, den Rapid-Fans in den letzten Jahrzehnten gemacht hatten."


Andy Marek geht in Rapid-Pension
"Heute"-Experte Peter Pacult analysiert die Bundesliga


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(red)

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