Vor Wechsel zu Sturm

14. Februar 2018 16:28; Akt: 14.02.2018 19:59 Print

Schrammel holte sich "Freigabe" von Ultras-Boss

Am Samstag kehrt Thomas Schrammel als Sturm-Kicker zu Rapid zurück. Nach einem Telefonat mit einem Ultras-Chef hat er dabei nichts zu befürchten.

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Von Fan-Transparenten über Pyro-Eklats bis hin zu Platzstürmen. In dieser Diashow sind die größten österreichischen Fan-Skandale des Jahrtausends in Bildern gefasst. 24. Oktober 2017: Beim Amateur-Derby in der Regionalliga Ost stürmen rund 250 vermummte Fans den Platz der Austria-Akademie. Erst ein Eingreifen der Exekutive kann die Situation klären. Das Spiel endet 1:1 19. August 2017: Ein ekelhaftes Transparent der Rapid-Ultras im Duell mit Sturm Graz. Hier werden Journalisten mit Terroristen verglichen. 13. August 2017: Der Stangenwurf-Eklat von Maria Enzersdorf. Beim Duell zwischen Admira und Rapid flogen Eisenstangen aufs Spielfeld. 6. August 2017: Das 2:2 im ersten Wiener Derby der Saison sorgt für Schlagzeilen. In der Nachspielzeit wird die Partie unterbrochen, Austria-Spieler Raphael Holzhauser wird vom "Wut-Ordner" beschimpft. 9. Mai 2017: Das Amateur-Derby zwischen Rapid und Austria endet in einem Skandal, nachdem Hütteldorfer "Fans" zu antisemitischen Gesängen gegriffen hatten. Endstand: 2:1 zugunsten der Veilchen. 8. April 2017: Ein siebenjähriges Mädchen wäre im Rapid-Auswärtssektor beim Gastspiel in Ried aufgrund der starken Rauchentwicklung beinahe erstickt. 8. April 2017: Ein unrühmliches Ende eines bitteren Auswärtsspiels. Nach der 0:4-Abfuhr kommt es zur berüchtigten "freiwilligen" Raststätten-Diskussion auf der A1. Steffen Hofmann und Co. mussten sich den Fans stellen. 25. Februar 2016: Eine ganz besonders geschmacklose Botschaft der Rapid-Fans an den Europa-League-Gegner FC Valencia. "Hure Valencia" war zu lesen. Dafür gab es 20.000 Euro Strafe durch die UEFA. Valencia gab die sportliche Antwort. Gesamtscore: 0:10! 25. Februar 2016: Im selben Spiel entrollten Rapid-Fans ein Banner, auf dem Funktionäre des Europa-League-Gegners Valencia beschimpft werden. Das war wohl die Reaktion der Ultras auf das Hinspiel im legendären Mestalla. 200 Rapid-Ultras hatten auf den Stadionbesuch verzichtet, weil sie ihre Fan-Utensilien nicht mit in die Arena nehmen durften. 6. April 2014: Nach einem Training der Austria Amateure passen Rapid-Ultras den violetten Nachwuchsspieler Valentin Grubeck ab und schlagen ihn brutal zusammen. Der Stürmer muss im Krankenhaus behandelt werden. Heute ist Grubeck beim LASK tätig. 22. Mai 2011: Unmittelbar nach dem 2:0 der Wiener Austria beim Derby in Hütteldorf stürmen hunderte Fans in der 26. Minute aufs Spielfeld. Die Partie wird abgebrochen und mit 3:0 zugunsten der Veilchen gewertet. 22. Mai 2011: Hier ist das Gesicht des Abbruch-Derbys. Der entblößte Panathinaikos-Hooligan wurde als "Hass-Grieche" bekannt. 4. Dezember 2009: Die Austria-Fans sorgen im Europa-League-Duell mit Athletic Bilbao (0:3) beinahe für einen Abbruch. Nach dem zweiten Gegentor kommt es zu schweren Ausschreitungen. Die Veilchen werden mit zwei Geisterspielen, eines davon auf Bewährung, bestraft. 24. August .2008: Bereits nach sechs Minuten endete im Wiener Derby die Karriere von Georg Koch. Neben dem damaligen Rapid-Keeper explodierte ein Knallkörper. Koch erlitt dabei ein Gehörtrauma und einen Kreislaufzusammenbruch, kehrte nicht mehr auf den grünen Rasen zurück. 22. Oktober 2005: Das 275. Wiener Derby wird zu einem echten Skandal. Nachdem beide Fanlager Feuerwerkskörper aufs Feld schießen, startet die Partie mit einer halbstündigen Verspätung. Rapid tritt nur unter Protest an. 22. Oktober 2005: Die Rapid-Fans reagieren auf ihre ganz eigene Art auf das Horror-Foul von Joey Didulica an Axel Lawaree im Mai 2005 und zünden eine Puppe mit dem Trikot des Austria-Tormanns am Galgen hängend mitten im Fan-Sektor an. 5. Mai 2005: Beim Stand von 3:0 für den GAK stürmen zahlreiche Austria-Fans in der 79. Minute das Spielfeld. Es kommt zu einer 15-minütigen Unterbrechung, ehe die Partie fertiggespielt werden kann. 20. Mai 2004: Beim 2:0-Sieg von Salzburg über Rapid durchbrechen zahlreiche Hütteldorfer Ultras die Absperrungen. Das Spiel wird vorzeitig abgepfiffen und voll gewertet. 29. Mai 2003: Die Austria feiert den Meistertitel. Hier jubeln Ernst Dospel und Ivica Vastic. Doch dem gingen dramatische Szenen voraus. Beim Stand von 2:0 für Schwarz Weiß Bregenz stürmten hunderte violette Anhänger bereits in der 77. Minute aufs Spielfeld, um den Titelgewinn zu feiern. Erst das Zureden der Verantwortlichen kann die Fans beruhigen, die Partie wird nach 25-minütiger Unterbrechung fertiggespielt. 27. Juli 2002: Auch bei Testspielen können die Emotionen überkochen. So wie beim Freundschaftsspiel zwischen Rapid und Arsenal London in Eisenstadt. Es kam dabei zu einer Schlägerei auf den Zuschauerrängen. Rund 200 unbeteiligte Fans, die sich in Sicherheit bringen wollten, stürmten aufs Feld. 5. August 2001: Beim Spiel zwischen Rapid und dem GAK (0:4) starteten rund 50 unzufriedene Fans einen Sitzstreik auf dem Spielfeld, riefen lautstark: "Wir wollen unser Geld zurück." Die Einsatzkräfte konnten den Protest nach wenigen Minuten auflösen.

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Wie mächtig ist die Ultras-Szene beim SK Rapid Wien? Halten die "Hardcore-Fans" den Rekordmeister in Geiselhaft, wie nicht wenige behaupten? Die Klubführung der Grün-Weißen verneint dies vehement. Doch Thomas Schrammel liefert mit seinen Aussagen in der "Steirer-Krone" ein weiteres Indiz dafür, wer in Hütteldorf das Sagen hat.

Der Burgenländer, der nach 172 Spielen für Rapid in der Winterpause zu Sturm wechselte, erzählt, dass er bei seiner Rückkehr ins Allianz Stadion am Samstag keine Pfiffe, Schmähgesänge oder Schlimmeres zu befürchten hat. "Ich habe vor meinem Wechsel mit dem Chef der Ultras telefoniert", verrät Schrammel. "Ich bin im Guten gegangen. Wir haben uns ausgetauscht, er hat gemeint, dass der Anruf eine gute Idee war."

"Geisterspiele will kein Fußballer"

Die Sektoren-Sperre, die Rapid nach den Derby-Randalen ausfasste, wird beim Spitzenspiel am Samstag noch nicht schlagend. "Gott sei dank", erklärt der Linksverteidiger. "Ich habe in meiner Rapid-Zeit zwei Geisterspiele, eines im Happel- und eines im Hanappi-Stadion, erlebt. So etwas will kein Fußballer."

(red.)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rebell am 15.02.2018 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    Anti Kultur

    Fussball in England, das ist Kultur!! Da gibt es echten Schmähgesang.. mit Betonung auf Schmäh.... Bei uns nur höchst peinliches proletenhaftes Schimpfen!! Darum kann man auch mit den Kindern fast nimmer ins Stadion..

  • Peperl am 15.02.2018 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Hat doch ohnehin schon längst jeden in der Szene amüsiert, dass Peschek, Krammer, Marek & Co. nur geduldete Marionetten der wahren Bosse sind.

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  • Rorschach am 15.02.2018 00:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball an sich ist ein schöner Sport

    aber solche Art Zuschauer, die sich wichtig machen und randalieren, nicht akzeptierend, dass die Musik am Feld gespielt wird und nicht in den Zuschauerrängen, machen ihn letztendlich kaputt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RAPID FAN am 16.02.2018 02:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die Hälfte in der Galerie sind keine Skandale...

    ...Da Beschimpfungen wie "Huren (söhne)" einfach zur Fußballkultur gehören, auch wenn das der UEFA seit einigen Jahren wohl wegen Sponsoreninteressen nicht mehr gefällt. Außerdem wurden 2017 in der Südstadt keine Eisenstangen geworfen. Es waren Stangen aus recht biegsamem Plastik die wahrscheinlich weniger gefährlich waren als Bierbecher. Wenn man sich das Foto hier genau anschaut sieht man auch dass es Plastikstangen sind und ich war damals in der Südstadt und hab gesehen, dass ausschließlich Palstikstangen geworfen wurden.

  • Rebell am 15.02.2018 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    Anti Kultur

    Fussball in England, das ist Kultur!! Da gibt es echten Schmähgesang.. mit Betonung auf Schmäh.... Bei uns nur höchst peinliches proletenhaftes Schimpfen!! Darum kann man auch mit den Kindern fast nimmer ins Stadion..

  • Rorschach am 15.02.2018 00:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball an sich ist ein schöner Sport

    aber solche Art Zuschauer, die sich wichtig machen und randalieren, nicht akzeptierend, dass die Musik am Feld gespielt wird und nicht in den Zuschauerrängen, machen ihn letztendlich kaputt.

    • RAPID FAN am 16.02.2018 02:34 Report Diesen Beitrag melden

      Ich hab die Lösung für dich...

      Wenn du nicht willst, dass auf den Rängen was los ist, geh nach Salzburg oder Favoriten. Da ist gar nichts auf den Rängen los (also auch keien Stimmung).

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  • Peperl am 15.02.2018 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Hat doch ohnehin schon längst jeden in der Szene amüsiert, dass Peschek, Krammer, Marek & Co. nur geduldete Marionetten der wahren Bosse sind.

    • RAPID FAN am 16.02.2018 02:42 Report Diesen Beitrag melden

      Dir waren Bosse sind die Mitglieder

      Wenn Krammer und Peschek was machen, was den amitgliedern nicht passt, werden sie abgewählt. Viele Mitglieder sind auch Ultras oder hören auf die Ultras, aber das ist keineswegs eine Diktatur, die Ultras allein haben keien Mehrheit bei der Mitgliederversammlung und die, die üblicherweise auf die Ultras hören, werden das nicht mehr tun wenn sie mit dem Vorgehen der Ultras nicht übereinstimmen. Der wahre Grund warum der Verein nicht gegen die Ultras vorgeht ist ein Anderer: für die wahren Skandale sind sie nicht verantwortlich und sie machen Stimmung und bringen viele ins Stadion.

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