10. Mai 2020 14:27; Akt: 10.05.2020 14:37 Print

French Open sollen zum Geister-Turnier werden

von Heute.at - Durch die weltweite Coronakrise steht auch die Tennis-Welt still. Die French Open sollen aber wie geplant von 20. September bis 4. Oktober über die Bühne gehen - zur Not als Geisterturnier!

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Tennis-Held Dominic Thiem! Wir zeigen in einer großen Diashow das Leben des rot-weiß-roten Sportstars. Dominic Thiem wurde am 3. September 1993 in Wiener Neustadt geboren. Seine Eltern Wolfgang und Karin sind Tennislehrer. Früh schlägt er Bälle gegen die Hausmauer. Das Bild zeigt ihn 2006 beim Generali Bambini Cup. Er wuchs in Lichtenwörth auf, einer kleinen Gemeinde 50 Kilometer südlich von Wien. Bild: 2010 Austrian Open in Kitzbühel. Im Alter von sechs Jahren begann Thiem mit dem Tennisspielen. Schon in der Volksschule trainierte er täglich mehrere Stunden. Mit sieben Jahren beginnt er mit dem Training unter Mentor Günter Bresnik. Seine späteren Erfolge sind kein Zufallsprodukt. Bild: 2010 Australian Open Junioren Eine hartnäckige Darmerkrankung hätte Thiem fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Thiem fühlt sich lange schlapp, im Spital wird dann der Keim entdeckt. Thiem bricht die Schule ab, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können. Bild: 2010 Bank Austria Tennis Trophy 2011 gelang ihm der Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb der French Open. Das Endspiel verlor er gegen den US-Amerikaner Björn Fratangelo. Erstes Highlight vor vielen Fans in Österreich: 2011 schlägt der 18-jährige Thiem in Wien Tennis-Legende Thomas Muster in dessen Abschiedsmatch. Die Fans bejubeln noch Muster, das sollte sich im Laufe der Jahre ändern. In der zweiten Runde unterlag Thiem dem Belgier Steve Darcis. In seinem ersten Profijahr 2012 gewinnt Thiem ITF-Future-Turniere in Tschechien und Marokko. Autogrammjäger haben Thiem damals schon auf dem Radar. Thiem ist nicht nur im Tennis begabt. An ihm ist ein Fußball-Talent verloren gegangen. Thiem hat auch einen Lieblingsklub. Sein Herz schlägt für den FC Chelsea. Auf diesem Bild ist er 2013 im Pulli mit dem Chelsea-Logo zu sehen. Probleme mit den Weisheitszähnen vermiesen Thiem den Start ins Jahr 2013. Er verpasst das Davis-Cup-Match gegen Kasachstan. Erst im März feiert er sein Comeback und siegt beim Future-Turnier in Kroatien. Thiem besiegt in Kitzbühel Jürgen Melzer und erreicht das Viertelfinale. Dort war gegen Albert Montañés Endstation. Anschließend feiert er seinen ITF-Turniersieg in Este und den Finaleinzug beim Challenger-Turnier in Como. Erstmals gelingt ihm der Sprung unter die Top 200 der Welt. Trainer Günter Bresnik ist mit der Entwicklung zufrieden. Er selbst ortet großes Potenzial bei seinem Schützling. Das Ziel: höchstes Tempo in den Schlägen. Daran wird im Training gefeilt und gearbeitet. 2014 gelingt Thiem der Durchbruch. Als Qualifikant erreicht er bei den Australian Open die zweite Runde, landet kurz danach in den Top 100. Anschließend folgt in Kitz das erste Finale bei einem ATP-Turnier und bei den US Open das Achtelfinale. In Nizza gewinnt Thiem 2015 seinen ersten Titel auf der Tour. In Umag lässt er im Juli gleich den zweiten folgen. Ein neuer Look musste her. Der blonde Thiem klettert die ATP-Weltrangliste empor. 2016 besiegt er in Buenos Aires Rafael Nadal, steigt in die Top 15 der Welt auf. Gegen den Deutschen Alexander Zverev verteidigte er 2016 in Nizza seinen Titel. Ein Duell, das Thiem wohl noch lange begleiten wird. Die beiden gelten zu dieser Zeit als die größten Talente ihrer Generation. Die blonden Haare waren da schon wieder Geschichte. Im Zebra-Outfit stürmte Thiem 2016 ins Halbfinale der French Open, verpasste gegen Novak Djokovic den Finaleinzug. Thiem stieg zur Nummer 7 der Welt auf. Gleich danach besiegte er im Stuttgart-Halbfinale Tennis-Legende Roger Federer, schlug im Finale Philipp Kohlschreiber und gewann als erster Österreicher einen Titel auf Rasen. 2016 erreicht Thiem zum ersten Mal die World Tour Finals. Er schlägt Monfils, verliert gegen Djokovic und Raonic. 2017 sichert sich Thiem in Rio de Janeiro seinen achten Titel. In Paris und Rom erreichte er jeweils das Halbfinale, in Madrid und Barcelona das Finale - beide Male schlägt ihn ein Nadal in Überform. Trotz eines Durchhängers gegen Saisonende rückt Thiem auf Rang vier der ATP-Weltrangliste vor und qualifiziert sich souverän für das ATP-Saisonfinale. Beim Masters in London wird öffentlich, dass Thiem mit Tennis-Kollegin Kristina Mladenovic zusammen ist. Die Beiden sind schon länger ein Paar. In London sitzt die Französin in der Box von Thiem, macht so die Beziehung offiziell. Beflügelt von der Liebe startet Thiem stark ins Jahr 2018. In Buenos Aires holte er im Februar den ersten Turniersieg. Auch in Lyon schnappt sich Thiem den Titel. Beide Male triumphierte er auf seinem Lieblingsbelag Sand. In Madrid scheitert Thiem erst im Finale an Alex Zverev. Dann die French Open: Thiem kämpft sich bis ins Finale des Grand-Slam-Turniers durch. Da war aber Endstation - wieder gegen Rafael Nadal. Bei den US Open steht Thiem als erster Österreicher im Viertelfinale. Dann wieder das Aus gegen Nadal, aber der Österreicher gab sich erst nach einem spannenden Fünfsatz-Krimi über 4:49 Stunden geschlagen. "Mein erstes episches Match", meint er nach der Partie. Am 23. September erreicht Thiem einen weiteren Meilenstein. In St. Petersburg gewinnt der Niederösterreicher seinen ersten Titel in der Halle. Beim Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy stößt Thiem ins Halbfinale vor, dort muss er sich Karen Khachanov geschlagen geben. Das reicht aber für die Qualifikation für die ATP-Finals 2018 in London. 2019 der komplette Durchbruch: Thiem spielt seine bis dahin erfolgreichste Saison, gewinnt fünf ATP-Titel, ist damit mit Novak Djokovic der erfolgreichste Profi. Zuerst triumphiert er in Indian Wells. Dort schlägt er im Finale Roger Federer, holt den ersten Masters-1000-Titel - sein größter Sieg bisher. In Barcelona holt Thiem den zweiten Saisontitel. Im Halbfinale fertigt er Rafael Nadal in zwei Sätzen ab, im Finale lässt er den aufstrebenden Daniil Medvedev nur vier Games. Thiem trifft in diesem Jahr große Entscheidungen: Er stellt in diesem Jahr sein Trainerteam um. Die langjährige Zusammenarbeit mit Günter Bresnik beendet er. Thiem emanzipiert sich. Sein neuer Coach: Doppel-Olympiasieger Nicolas Massu. Den hat noch Bresnik ausgesucht - als Touring-Coach. Bei den French Open gelingt ihm erneut der Finaleinzug, aber wieder setzt es eine Niederlage gegen Rafael Nadal. Der Spanier siegt in vier Sätzen, holt seinen zwölften Titel in Roland Garros. Zurück in der Heimat läuft es nach Wunsch. Im August siegt Thiem beim ATP-250er in Kitzbühel. Aber: Der dichte Terminkalender kostet Kraft. Das wird in weiterer Folge zum Problem ... Vor den US Open erkrankt er an einer Virus-Infektion. Thiem wird zwar rechtzeitig gesund, aber nicht fit. Sein Erstrunden-Match gegen den italienischen Außenseiter Thomas Fabbiano absolviert der Niederösterreicher in einem erschreckenden körperlichen Zustand. Thiem verliert, scheidet früh aus und klagt danach: "Das war nicht das wirkliche Ich." In Wimbledon läuft es gar nicht nach Wunsch, Thiem scheitert in der ersten Runde an Sam Querrey. Thiem überwindet sein Asien-Tief der Vorjahre. In Peking feiert er den Turniersieg, schlägt im Finale Stefanos Tsitsipas. In Shanghai ist danach erst im Halbfinale Endstation. Bei den ATP-Finals in London spielt Thiem groß auf: In der Gruppenphase besiegt er Roger Federer und Novak Djokovic in einer hochklassigen Partie. Als Gruppensieger kommt Thiem weiter, schlägt im Halbfinale Alex Zverev. Das Finale verliert Thiem gegen Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen. Nach dem letzten Turnier der Saison bestätigt Thiem die Trennung von Kiki Mladenovic. Als Hauptgrund nennt er die fehlende Zeit im Leben als Tennisprofi. Die Saison 2020 startet Thiem beim ATP Cup in Australien: Nach der Vorbereitung in Miami und an der Ostküste Australiens verliert er zwei von drei Partien: Gegen Hubert Hurkacz und Borna Coric, einen Zwei-Satz-Sieg feiert er gegen Diego Schwartzman. Vor den Australian Open präsentiert er die ehemalige Nummer 1 Thomas Muster als neuen Trainer: "Er wird mir weiterhelfen", meint er. Nach nur 17 Tagen gibt Thiem während der Australian Open die Trennung von Muster bekannt. Seine Begründung: "Wir sind zwei verschiedene Charaktere." Muster tritt gegen Thiem nach, er spricht von technischen und mentalen Schwächen und er meint: "Es gibt halt Häuser mit schönen Fassaden, ganz wunderbare Fassaden, aber man weiß halt sehr selten, wer drinnen wohnt." Thiem spielt bei den Australian Open groß auf: Er schlägt Rafael Nadal (Sp) und Alexander Zverev (D) in vier Sätzen, scheitert erst im Finale in einer Fünfsatz-Schlacht am Achtfach-Sieger und der neuen Nummer 1 Novak Djokovic (Ser). In der Weltrangliste verbessert er sich auf Platz vier, liegt nur noch 85 Punkte hinter Roger Federer (Sz). "Ich will Grand-Slam-Titel gewinnen, wenn die großen Drei noch spielen", stellt Thiem klar. Thiem lässt das Turnier in Buenos Aires aus, steigt in Rio de Janeiro wieder ein: Dort läuft es nicht rund, scheitert er nach zwei Dreisatz-Siegen bereits im Viertelfinale an Gianluca Mager (It). "Ich habe nie mein bestes Tennis gezeigt", meint er.

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"Wir schließen keine Option aus", erklärt Bernard Giudicelli, der Präsident des französischen Tennisverbands.

Eine Austragung ohne Publikum würde zumindest einen Teil der TV- und Sponsorengelder einspielen.

Thiem: Familie, Trainer, Hund

Die derzeitigen Reisebeschränkungen lassen aber weiterhin ein großes Fragezeichen über dem wichtigsten Sandplatz-Turnier des Jahres schweben.

Auch eine Verschiebung zu einem noch späteren Zeitpunkt wäre denkbar. Bis 13. Juli sind erst einmal alle ATP- und WTA-Turniere ausgesetzt.


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