Verschwundener Journalist

12. Oktober 2018 08:48; Akt: 12.10.2018 10:00 Print

"Man hört, wie er verhört, gefoltert, getötet wurde"

Ein Zeitungsbericht mit brisanten Schilderungen zum Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi scheint den Verdacht gegen die saudische Staatsführung zu erhärten.

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Laut der "Washington Post" existieren Ton- und Videoaufnahmen von der Ermordung der verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi. Das Material sollen belegen, dass der 59-Jährige vor eineinhalb Wochen im saudischen Konsulat ermordet wurde. Das Blatt, für das Khashoggi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen türkischer und amerikanischer Offizieller. Doch der Bericht bringt auch Ankara in Erklärungsnot.

Die "Washington Post" zitiert eine anonyme Quelle, die Kenntnis von den Aufnahmen haben soll. Demnach belegen die Bänder, dass Khashoggi erst verhört, dann gefoltert und schließlich getötet wurde. Mehreren Offiziellen zufolge sei die Leiche des Journalisten anschließend zerstückelt worden.

Leiche zerstückelt in Koffern weggebracht

Zuvor hatte schon die "New York Times" unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise berichtet, dass ein Team saudischer Agenten Jamal Khashoggi in dem Konsulat getötet, seinen Körper danach mit einer Knochensäge zerstückelt und die Reste mutmaßlich in Koffern aus dem Konsulat geschafft habe.

Nach Informationen der Zeitung scheut die türkische Seite eine Veröffentlichung der Aufnahmen, um nicht zu offenbaren, wie Einrichtungen ausländischer Staaten in der Türkei ausspioniert werden. Unklar sei deshalb auch, inwiefern amerikanische Stellen das angebliche Beweismaterial bereits einsehen durften. Die türkische Regierung habe US-Regierungsvertretern aber versichert, im Besitz kompromittierender Aufnahmen zu sein, die keinen Zweifel an der Mordthese lassen.

Neue Dimension

Sollte sich die Türkei tatsächlich Aufnahmen aus dem Innern der Landesvertretung der Regionalmacht Saudi-Arabien verschafft oder diese gar selbst heimlich angefertigt haben, würde der ohnehin bereits zur Staatsaffäre ausgewachsene Fall Khashoggi nochmals neue Dimensionen bekommen.

Khashoggi (59) hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem wird er vermisst. Den schon nach kurzer Zeit von türkischer Seite erhobenen Vorwurf, der Regimekritiker sei im Konsulat ermordet worden, weist Saudi-Arabien zurück. Zudem hat die Führung in Riad eine Aufklärung des Falls versprochen.

Im Exil in den USA

Zwar kündigte das türkische Präsidialamt am Donnerstag die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Saudi-Arabien an, um den Fall "in all seinen Facetten" zu beleuchten und aufzuklären. Skeptiker, die an der Ernsthaftigkeit dieser Absichten zweifeln, dürften sich durch die jüngsten Medienberichte aber bestätigt sehen.

Khashoggi war vor mehr als einem Jahr aus Angst vor politischer Verfolgung ins US-Exil gegangen. Dort schrieb er unter anderem Artikel für die "Washington Post", die er mit Jamal Kashoggi zeichnete. Der Journalist begrüßte zwar grundsätzlich die Reformen des saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman, kritisierte aber dessen zunehmend autoritäre Herrschaft.

USA erhöhen Druck

Die US-Regierung erhöhte am Donnerstag (Ortszeit) den Druck auf ihren engen Verbündeten Saudi-Arabien. Zwar weile der saudische Botschafter in den USA derzeit in Riad, sagte Außenministeriumssprecherin Heather Nauert. Allerdings fügte sie hinzu: "Wir haben ihm gesagt, dass wir bei seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten Informationen erwarten."

Nauert betonte, sie wolle vor dem Abschluss einer Untersuchung keine Schuldzuweisungen treffen. "Wir wissen nicht, was passiert ist", sagte sie. Die US-Regierung sei jedoch "extrem besorgt über die Situation", die größte Aufmerksamkeit auf der höchsten Ebene genieße.

Trump spricht von "furchtbarem Präzedenzfall"

Mehrere republikanische und demokratische US-Senatoren forderten US-Präsident Donald Trump auf zu prüfen, ob in dem Fall eine schwere Menschenrechtsverletzung vorliege und Sanktionen verhängt werden sollten. Hintergrund ist der sogenannte Magnitsky-Akt, der die US-Regierung in solchen Fällen zu Strafmaßnahmen wie Einreisesperren und dem Einfrieren von Vermögen ermächtigt. Die Senatoren forderten Trump auf, dem Auswärtigen Ausschuss in 120 Tagen zu berichten.

US-Präsident Donald Trump sagte dem Sender Fox News am Donnerstag: "Wir wollen herausfinden, was passiert ist." Er nannte das Verschwinden Jamal Khashoggis "einen furchtbaren, furchtbaren Präzedenzfall". Khashoggi sei zwar kein amerikanischer Staatsbürger, "aber in diesem Fall spielt das keine Rolle".

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(red)

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  • friedl macho am 12.10.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    als USA-"freund" ist allles erlaubt

    und was machen die amis jetzt mit ihrem verbündeten? sonst mischen sie sich doch auch überall ein.

  • Mr. A-Team am 12.10.2018 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Reisewarnung und keine Kontakte mehr...

    ...Sollte es für die Türkei nun heißen! Wer noch hin will, der macht dies auf eigene Gefahr, denn die Botschaft ist geschlossen, da sämtliche Diplomaten abgezogen werden, und die türk. Diplomaten hier sollen, genau so wie Erdogan, seine Regierung und seine Parteimitglieder zur Persona non Grata erklärt werden! Schwere Wirtschaftssanktionen sollen noch dazugepackt werden!

    einklappen einklappen
  • stealth71 am 14.10.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal sehen, wie Trump darauf reagiert,

    dass sein Freund und wichtigster Verbündeter, so arbeitet. Gemäß der Iran Philosophie Amerikas, bedeutet ja - nichts dagegen machen, heißt dafür zu sein.

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  • stealth71 am 14.10.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal sehen, wie Trump darauf reagiert,

    dass sein Freund und wichtigster Verbündeter, so arbeitet. Gemäß der Iran Philosophie Amerikas, bedeutet ja - nichts dagegen machen, heißt dafür zu sein.

  • Mr. A-Team am 12.10.2018 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Reisewarnung und keine Kontakte mehr...

    ...Sollte es für die Türkei nun heißen! Wer noch hin will, der macht dies auf eigene Gefahr, denn die Botschaft ist geschlossen, da sämtliche Diplomaten abgezogen werden, und die türk. Diplomaten hier sollen, genau so wie Erdogan, seine Regierung und seine Parteimitglieder zur Persona non Grata erklärt werden! Schwere Wirtschaftssanktionen sollen noch dazugepackt werden!

    • Tarkan tarkan am 12.10.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Hasser

      wenn das gebet der hunde wahr werden würde,würden statt regentropfen knochen runterfallen

    einklappen einklappen
  • friedl macho am 12.10.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    als USA-"freund" ist allles erlaubt

    und was machen die amis jetzt mit ihrem verbündeten? sonst mischen sie sich doch auch überall ein.