Besuch im Stasi-Gefängnis

12. August 2017 16:33; Akt: 12.08.2017 16:33 Print

Merkel bläst zum Kampf gegen Linksradikale

Die deutsche Bundeskanzlerin besuchte das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin. Dabei sprach sie sich gegen radikale Erscheinungsformen aus.

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Besuch im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen gemahnt, das DDR-Unrecht nicht zu vergessen. Der deutsche Staat werde sich weiter engagieren, um die Erinnerung an solche authentischen Orte offen zu halten.

"Wir können nur eine gute Zukunft gestalten, wenn wir uns der Vergangenheit annehmen", sagte sie am Freitag kurz vor dem 56. Jahrestag des Mauerbaus. Mit Blick auf den Baubeginn der Berliner Mauer am 13. August 1961 sagte die Kanzlerin, es sei wichtig, sich kraftvoll für Demokratie und Freiheit einzusetzen sowie gegen Linksradikalismus zu arbeiten. "Das sind Erscheinungsformen von heute, die wir nicht negieren können, sondern um deren Bekämpfung wir uns kümmern müssen", so Merkel.

Todeskandidat in Nachbarzelle

Merkel legte zusammen mit einem früheren Häftling am Gedenkstein für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft einen Kranz nieder. Der 83-Jährige war bis 1962 zehn Jahre in Stasi-Gewahrsam, weil er sich in einem antikommunistischen Jugendverband engagiert hatte.

"Ich habe 1954 erlebt, wie in der Nachbarzelle ein Todeskandidat war", sagt er. An diesen Mann muss er denken, als er mit der Kanzlerin einen Kranz am Denkmal für die "Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft" niederlegt.

Mehr als 11.000 Menschen inhaftiert

In der Einrichtung sollen bis zum Herbst 2019 für 8,8 Millionen Euro alle historischen Oberflächen im Inneren – wie Fußböden und Wände – denkmalgerecht saniert werden. Das Vorhaben wird vom Bund und dem Bundesland Berlin finanziert.

Mit rund 500.000 Besuchern im Jahr stößt Hohenschönhausen auf enormes Interesse. Auch weil mehr als jede zweite Führung von ehemaligen Insassen geleitet wird. Im Gefängnis des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit im Nordosten Berlins waren von 1951 bis 1989 mehr als 11.000 Menschen eingesperrt.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ippi_opa am 12.08.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur einen Augenblick

    Warum schaut man sich solche Gräuelorte immer wieder an. Nur um sich zu erinnern wie Beschi....en es damals war. Wartet noch ein wenig die Zeit kehrt wieder in einer anderen Form.

  • Preibisch am 12.08.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott helfe uns

    Die späte Rache Honeckers an der ganzen EU

  • tine am 12.08.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pitbull

    Wie nannte Diane einst Camilla?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bertl K. am 13.08.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    mit 8,8 Millionen Euro

    solch einen Blödsinn, könnte man wieviele arme Familien, Mindestrentner und Obdachlose versorgen, bzw das Ost-West-Lohngefälle ! abzuschaffen ??? Sie selbst muss "ihr Mahnmal" ja nicht bezahlen, weshalb man da schon freizügig sein kann. Was fällt der () als nächstes ein, um ihr Ego befriedigen zu dürfen ?! Wird sie dafür auch von all den anderen Mitgliedsländern einen "Solidaritätszuschlag" einfordern ?

  • Pferdetaxi am 13.08.2017 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merkel, eine Frau, ein Windrad...

    ... das sich dreht, woher gerade der Wind weht. Die Befürchtung ist gross, dass sie bei den nächsten Wahlen wieder an den Zug kommt!

  • Helga Trump am 13.08.2017 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, Danke.

    "Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein Sauberes hat", kommentierte Bundeskanzler Adenauer die Debatte um die Wiedereingliederung der NS-Beamten in den Verwaltungsapparat. Bis heute haben Deutsche und Österreich noch kein Sauberes Wasser, das schmutzige Wasser konnte nie mit Sauberen Wasser ersetzt werden, leider. Wenn wir nicht das Verbotsgesetzt hätten, würden wir sehen, was wirklich hinter verschlossenen Türen vorgeht.

  • ippi_opa am 12.08.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur einen Augenblick

    Warum schaut man sich solche Gräuelorte immer wieder an. Nur um sich zu erinnern wie Beschi....en es damals war. Wartet noch ein wenig die Zeit kehrt wieder in einer anderen Form.

  • Preibisch am 12.08.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott helfe uns

    Die späte Rache Honeckers an der ganzen EU