Gefährliche Falschinformation

14. Februar 2018 19:06; Akt: 14.02.2018 20:02 Print

Mutter verabreicht Kind Bleichmittel "zur Heilung"

Eine Amerikanerin hatte im Internet von angeblichen "mirakulösen Eigenschaften" der Substanz erfahren. Sie wollte damit den Autismus ihres Kindes heilen.

Symbolfoto. (Bild: iStock)

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Die nicht namentlich genannte Frau aus Indianapolis, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Indiana, wurde festgenommen, nachdem ihr Mann Anzeige gegen sie erstattete. Sie soll dem gemeinsamen Kind Bleichmittel in die Getränke gemischt haben.

Die Frau hatte auf Facebook gelesen, dass es sich bei der Substanz eigentlich um eine "mirakulöse Minerallösung" handle, die als häusliches Allheilmittel eingesetzt werden könne – eine gefährliche Falschinformation.

In Folge verabreichte sie ihrem Kind, das an Autismus leidet, regelmäßig geringe Dosen der gesundheitsschädlichen (!) Substanz. Das Kind wurde seiner Mutter entzogen und in staatliche Obhut übergeben.

Autismus-Expertin Sherry Quinn erklärte gegenüber "Fox59", dass Eltern oft versuchen würden, die Störung an ihren Kindern zu behandeln, obwohl es kein bekanntes Heilmittel gibt. "Die Sache selbst in die Hand zu nehmen, haben schon viele Eltern aus Hoffnung und Verzweiflung heraus probiert", so Quinn. "Eltern versuchen alles in ihrer Macht stehende, um ihrem Kind zu helfen. Wenn etwas zu gut klingt um wahr zu sein, ist es das meist auch."

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernd Martin Rohde am 15.02.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in den USA!

    Ich hätte ich mir bei diesem Beitrag noch einen zusätzlichen Absatz gewünscht, der in etwa hätte lauten können: "Auch im deutschsprachigen Raum wird dieses Bleichmittel unter dem Namen "Miracle Mineral Supplement (MMS)" vertrieben. So sprach das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen zuletzt im Februar 2015 eine Warnung aus und im Herbst 2017 wurde für den Verkauf von MMS vor einem deutschen Landgericht eine dreijährige Haftstrafe ausgesprochen." Das verdeutlicht die Problematik und dass es nicht nur die "dummen Amis" sind.

  • Drakensang am 15.02.2018 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U.S.A. Wahnsinn

    Jetzt soll mir noch jemand sagen was US-AMERIKANER von Irren unterscheidet. Aber natürlich ist auch Belgien eine schöne Stadt und die wöchentlichen Schießerein in den Schulen sind auch nicht derart besorgniserregend um die Waffengesetze zu ändern. Halleluja Trampel, notfalls fliegen wir mit deiner Boeing 757-200 oder der Airforce One rasch mal raus um das alles nicht mitbekommen zu müssen.

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  • Calimero am 15.02.2018 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AGES Medizinmarktaufsicht

    MMS enthält eine Natriumchloritlösung 28% (nicht zu verwechseln mit Nariumchlorid) und MMS2 enthält Calciumhypochlorit 70% in Kapseln. Beide Produkte werden jeweils gemeinsam mit einer Aktivator-Zitronensäurelösung 10% zur Trinkwasseraufbereitung in Verkehr gebracht. Durch die Reaktion von MMS mit der Aktivatorlösung, also von Natriumchlorit und Zitronensäure, entsteht Chlordioxid. Dabei handelt es sich um ein giftiges Gas mit stechendem, chlorähnlichem Geruch. Chlordioxid wird als Bleichmittel verwendet und verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Klatscho am 15.02.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Bei unserem ersten Kind, hat meine Frau auch einen Wahnsinn veranstaltet. Die Kleine war schwer erkältet und litt unter Schüttelfrost. Meine Frau gab ihr daher ein Glas mit verdünntem Frostschutzmittel, damit die Krankheit schneller vergeht. Bin natürlich total ausgerastet als ich das erfuhr. Zum Glück ist nichts geschehen.

  • Calimero am 15.02.2018 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AGES Medizinmarktaufsicht

    MMS enthält eine Natriumchloritlösung 28% (nicht zu verwechseln mit Nariumchlorid) und MMS2 enthält Calciumhypochlorit 70% in Kapseln. Beide Produkte werden jeweils gemeinsam mit einer Aktivator-Zitronensäurelösung 10% zur Trinkwasseraufbereitung in Verkehr gebracht. Durch die Reaktion von MMS mit der Aktivatorlösung, also von Natriumchlorit und Zitronensäure, entsteht Chlordioxid. Dabei handelt es sich um ein giftiges Gas mit stechendem, chlorähnlichem Geruch. Chlordioxid wird als Bleichmittel verwendet und verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

  • Bernd Martin Rohde am 15.02.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in den USA!

    Ich hätte ich mir bei diesem Beitrag noch einen zusätzlichen Absatz gewünscht, der in etwa hätte lauten können: "Auch im deutschsprachigen Raum wird dieses Bleichmittel unter dem Namen "Miracle Mineral Supplement (MMS)" vertrieben. So sprach das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen zuletzt im Februar 2015 eine Warnung aus und im Herbst 2017 wurde für den Verkauf von MMS vor einem deutschen Landgericht eine dreijährige Haftstrafe ausgesprochen." Das verdeutlicht die Problematik und dass es nicht nur die "dummen Amis" sind.

  • Drakensang am 15.02.2018 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U.S.A. Wahnsinn

    Jetzt soll mir noch jemand sagen was US-AMERIKANER von Irren unterscheidet. Aber natürlich ist auch Belgien eine schöne Stadt und die wöchentlichen Schießerein in den Schulen sind auch nicht derart besorgniserregend um die Waffengesetze zu ändern. Halleluja Trampel, notfalls fliegen wir mit deiner Boeing 757-200 oder der Airforce One rasch mal raus um das alles nicht mitbekommen zu müssen.

    • Swantje Schneider am 15.02.2018 07:44 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Leider sind es nicht nur die Amis. Auch hier in Europa ist dieses "Heilmittel" inzwischen sehr beliebt, viele Kinder müssen darunter leiden und die Gruppe der Anhänger wird immer größer. Hauptsache, "alternativ", weil Schulmedizin ja angeblich böse ist. Und viele Eltern wollen daran glauben, weil sie unbedingt eine Heilung fordern, sie haben Schuldgefühle und/oder schämen sich für ihr behindertes Kind. Anstatt es anzunehmen und das Kind zu unterstützen, wird nach einer einfachen und schnellen Lösung gesucht. Übrigens leiden Autisten nicht an Autismus, wie es der Artikel suggeriert.

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