US-Bundesstaat

12. Oktober 2018 10:40; Akt: 12.10.2018 11:11 Print

Washington schafft die Todesstrafe ab

Ein weiterer US-Bundesstaat hat die umstrittene Todesstrafe abgeschafft: Der Auslöser war die Berufung in einem Mordprozess gegen einen Afroamerikaner.

Aktivisten protestieren gegen die Todesstrafe vor dem Obersten Gerichtshof der USA in Washington D.C. Archivbild, 2017. (Bild: picturedesk.com)

Aktivisten protestieren gegen die Todesstrafe vor dem Obersten Gerichtshof der USA in Washington D.C. Archivbild, 2017. (Bild: picturedesk.com)

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Das Oberste Gericht des US-Bundesstaates Washington hat die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärt. Seit Donnerstag, 11. Oktober 2018, dürfen keine Hinrichtungen von Gefangenen mehr durchgeführt werden.

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Ausschlaggebend war das Urteil im Berufungsprozess von Allen Eugene Gregory. Der Afroamerikaner war zuvor wegen Vergewaltigung und Mordes schuldig gesprochen worden. Gregorys Anwälte konnten vor Gericht Studien vorlegen, die zeigten, dass Afroamerikaner häufiger zum Tode verurteilt würden als Weiße.

"Gleichstellung vor dem Gesetz ist ein Eckpfeiler der Demokratie und dies zu gewährleisten ist die Aufgabe des Staates. Ich war schon seit langem überzeigt, dass die Todesstrafe in Washington diesen Test nicht bestehen würde", verkündet Gouverneur Jay Inslee am Donnerstag seine Freude über den Entscheid auf Twitter.

Bereits gefällte Todesurteile sollen nun in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt werden. Acht Häftlinge in den Gefängnissen des Bundesstaats sind davon betroffen. In der Praxis fand die letzte Hinrichtung vor mehr als acht Jahren Stadt. Am 10. September 2010 wurde der verurteilte Mörder Cal Coburn Brown durch die Giftspritze hingerichtet.

Teure Verfahren für Todesstrafen

Washington ist damit der 20. Bundesstaat der USA der die Todesstrafe seit ihrer Wiedereinführung in den 1970er Jahren abgeschafft hat. Zuletzt hatten die Bundesstaaten Maryland (2013) und Delaware (2016) diesen Schritt gewagt.

Die Todesstrafe kommt in den USA zunehmend in die Kritik und wird in der Regel nur selten vollzogen, da sie ausgesprochen kostenintensiv ist. Eine Studie aus dem Jahr 2011 kam am Beispiel Kaliforniens zu dem Schluss, dass seit der Wiedereinführung der dortigen Todesstrafe 1978 insgesamt Mehrkosten in Höhe von mehr als 4 Milliarden US-Dollar entstanden waren. Das entspricht knappen 308 Millionen US-Dollar für jede der bis dahin durchgeführten 13 Hinrichtungen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich74 am 12.10.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei aller Lieber...

    Ganz ehrlich: Jemand der andere Menschen -vor allem Kinder- tötet,hat meiner Meinung nach auch kein Recht auf Leben. So hart sich das auch anhören mag...

  • Censorship am 12.10.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Zum schämen....

    Bleibt zu hoffen, dass es niemals einen der ...naiven staatlicher Mord Befürworter erwischt. Die Zahl der unschuldig ermordeten wird in die tausende gehen...

  • Adlersson am 12.10.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so !

    Ganz ehrlich ich finde es gut das sie abgeschafft wird , keiner hat das Recht einen Mensch zu töten auch wenn es die Justiz ist

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Adlersson am 12.10.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so !

    Ganz ehrlich ich finde es gut das sie abgeschafft wird , keiner hat das Recht einen Mensch zu töten auch wenn es die Justiz ist

  • Censorship am 12.10.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Zum schämen....

    Bleibt zu hoffen, dass es niemals einen der ...naiven staatlicher Mord Befürworter erwischt. Die Zahl der unschuldig ermordeten wird in die tausende gehen...

  • Ich74 am 12.10.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei aller Lieber...

    Ganz ehrlich: Jemand der andere Menschen -vor allem Kinder- tötet,hat meiner Meinung nach auch kein Recht auf Leben. So hart sich das auch anhören mag...

  • Kurt am 12.10.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja

    Die letzten Polizei Brutalo Videos aus den USA zeigen, dass die Polizei jetzt vermehrt die Todesstrafen in Form von Schiesswut gleich selber vornimmt.

  • Jutta am 12.10.2018 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder hat seine Gesetze

    Ein jedes Land soll selbst entscheiden. Stillt man in China einen Apfel wird die Hand abgehackt, in Saudi Arabien wird jeden Freitag geköpft, in Amerika gibt es die Totesspritze für schwer Verbrecher, in der Türkei werden anders denker hingerichtet oder eingesperrt. Es gibt viel grausamkeiten in dieser Welt.

    • Censorship am 12.10.2018 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Jutta

      Und das akzeptiert man so, ohne jeglicher Kritik? Die unschuldig ermordeten, sind ihnen völlig egal? In SA werden auch "unkeusche" Frauen ausgepeitscht, wollen sie das auch hier haben?

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