KV-Verhandlungen unterbrochen

08. Februar 2019 07:26; Akt: 08.02.2019 09:18 Print

Jetzt kommen Warnstreiks im Pflege-Bereich

In der Nacht unterbrachen die Chefverhandler die Gespräche: Kommende Woche legen Angestellte der Sozialwirtschaft die Arbeit nieder.

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In der Nacht auf auf Freitag wurden die Kollektivvertragsverhandlungen für die etwa 100.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich in der vierten Runde unterbrochen.

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Nach 16 Stunden liege noch immer kein "brauchbares Arbeitgeberangebot" auf dem Tisch, so die Gewerkschaft GPA-djp in einer Aussendung. Nächste Woche folgen Warnstreiks.

Forderungen klaffen auseinander

Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Lohn- und Gehaltserhöhung bis zu 3 Prozent vorgeschlagen – den Arbeitnehmer-Vertretern ist das zu wenig. "Das wäre der höchste Abschluss seit Bestehens des Kollektivvertrages", so Verhandlungsführer Walter Marschitz.

"Mit diesem Angebot lassen die Arbeitgeber die Wertschätzung gegenüber den 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft schmerzlich vermissen", wettert Reinhard Bödenauer, der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp. Die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von 6 Prozent in die Verhandlungen gegangen.

Arbeitszeitverkürzung

Von Arbeitszeitverkürzung (35-Stunden- und 6. Urlaubswoche) würden die Arbeitgeber nichts hören wollen. "Gerade Bereiche wie die Pflege sind emotionale Schwerstarbeit. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich mehr Zeit für Erholung mehr als verdient", so die Verhandlerin der Gewerkschaft vida, Michaela Guglberger.

"Wir haben schon eine kürzere Wochenarbeitszeit von 38 Stunden", entgegnet Erich Fenninger, Vorsitzender der SWÖ. "Dazu haben wir einen Personalmangel und bräuchten eigentlich mehr statt weniger Personalkapazitäten. Und schließlich arbeiten in unserer Branche weniger Vollzeitbeschäftigte, das bedeutet, dass eine Arbeitszeitverkürzung nur ca. 30 Prozent der MitarbeiterInnen entlasten würde."

Kommende Woche soll es vom 12. bis 14. Februar "in Teilbereichen" Arbeitsniederlegungen geben. Die Verhandlungen werden am 18. Februar fortgesetzt.

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(oet)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • angestellter am 08.02.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    von oben herab

    diese Arbeitgeber sollten mal für 2 Monate den Job machen, den Sie nicht fair bezahlen und Ruhezeiten gewähren wollen.

  • zachaeus am 08.02.2019 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    SWÖ - Interessenvertretung

    Ist die Caritas nicht auch ein "Arbeitsgeber" ? Keine weiteren Kommentare meinerseits!

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  • Vorstadtmama am 08.02.2019 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    privater Gesundheits- und Sozialbereich

    Viel Erfolg bei euren Verhandlungen! Und vergesst eure Kollegen im öffentlichen Gesundheits- und Sozialbereich nicht. Auch dort lassen die Arbeitgeber die Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten in der schmerzlich vermissen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hubert Huber am 12.02.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verrückt

    Das Pflegepersonal ist unterbezahlt wie Kindergärtnerinnen usw. Aber was die Gewerkschaft fordert ist total überzogen -in Sachen Gehalt wird man sich in der Mitte treffen können, aber dazu Arbeitszeitreduzierung und eine sechste Urlaubswoche - das ist verrückt.

  • Max Maxin am 11.02.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    ungleich

    wäre eine SPÖ Regierung, wäre die GPA-djp viel ruhiger.

  • Pflege am 11.02.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung nach 40 Jahren

    Ich kann Hr. Fenninger, Hr. Landau und all die anderen Leiter von sozialen Stationen und Pflegeheimen nicht verstehen. Sie setzen sich gegen Armut und für Flüchtlinge ein, und ihre eigenen Angestellten arbeiten seit vielen Jahren am Limit mit unverantwortlich vielen Überstunden und täglicher Unterbesetzung! Warum ergreifen so wenige den Beruf oder flüchten davor? Wieviele Burn-outs haben sie in ihren Betrieben?

  • Susi1966 am 11.02.2019 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gute

    Ich wünsche den pflegeberuflern viel glück und alles gute für die verhandlungen. Dieser beruf ist ein wirklicher knochenjob. Diese menschen leisten enormes. Jeder,der hier arogant schreibt,agiert und/oder denkt,soll diese extrembelatung einmal 1 monat durchmachen. Diese menschen gehören fürstlichst entlohnt. Dann gäbe es auch keinen engpaß beim personal. Zu überlegen wäre auch,ob dieser beruf in die schwerarbeit hinein fällt,dann ergäben sich automatisch daraus mehr urlaubstage. Und eine wochenstundenverkürzung verstehe ich auch nur zu gut. Viel glück und vielen dank an euch alle !!!

  • Wm am 10.02.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Es sollen endlich Untaugliche/und Frauen auch ihren Dienst leisten. Die Lüge der Kinderkrieggeschichte ist laut Stadistik eh nicht mehr aufrechtzuerhalten. Dann lernen die auch was Verantwortung ist und wir sparen uns an Haufen Zuzug im Pflegebereich. Abgesehen wäre es fair gegenüber denen die sich nicht drücken.

    • Vorstadtmama am 12.02.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Die Pfleger schicken wir dann zum AMS

      Dümmer geht es volkswirtschaftlich nicht. Besser wäre es, Soldaten für ihren Dienst fair zu bezahlen und auch den Männern den Frondienst zu ersparen.

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